von RA Phil Salewski

Über Shopify rechtssicher versenden: Vertragliche Abschriften/Bestätigungen, Newsletter und Facebook Pixel

News vom 07.08.2019, 08:41 Uhr | Keine Kommentare

Der sechste und letzte Teil der Serie zur rechtlichen Absicherung von Shopify-Shops zeigt auf, was Shopify-Händler nach Vertragsschlüssen und beim Versand von Newslettern zu beachten haben. Lesen Sie nachfolgen, wie vertragliche Abschriften und Bestätigungen auf Shopify rechtssicher versandt werden und gesetzeskonforme Einwilligungen für Newsletter im Shopify-System eingeholt werden können.

Der sechste und letzte Teil der Serie zur rechtlichen Absicherung von Shopify Shops zeigt auf, was Shopify-Händler nach Vertragsschlüssen und beim Versand von Newslettern zu beachten haben. Lesen Sie nachfolgen, wie vertragliche Abschriften und Bestätigungen auf Shopify rechtssicher versandt werden und gesetzeskonforme Einwilligungen für Newsletter im Shopify-System eingeholt werden können.

I. Vertragliche Abschriften und Bestätigungen auf Shopify rechtskonform versenden

Gemäß § 312f Abs. 2 BGB müssen Online-Händler den Verbrauchern nach Vertragsschluss die AGB und die Widerrufsbelehrung als Mailanhänge der Auftragsbestätigung zukommen lassen.

Tipp: Die IT-Recht Kanzlei bietet professionelle, abmahnsichere Rechtstexte für Shopify in einem speziellen Shopify-Starter-Paket an. Hierzu gehören AGB, eine Widerrufsbelehrung, eine Datenschutzerklärung und ein Impressum. Das monatlich kündbare Shopify-Schutzpaket gibt es bereits ab mtl. 9,90€.

Shopify hängt in die automatische Auftragsbestätigung nach Bestellabschluss automatisch die gemäß Teil 1 dieser Serie hinterlegten AGB und die Widerrufsbelehrung als PDF-Dateien an, ohne dass ein weiteres Zutun des Händlers erforderlich wäre. Mithin wird diese Informationspflicht bereits durch Shopify rechtskonform umgesetzt.

Premiumpaket

II. Newsletter- Einwilligungen auf Shopify rechtskonform einholen

Shopify bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Durchführung von Werbekampagnen. Die relevanteste Option für Online-Händler stellt der Versand von Newslettern dar.

Gemäß § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG ist der Newsletter-Versand allerdings nur zulässig, wenn der Empfänger vorab ausdrücklich eingewilligt hat.

Im Online-Shop geschieht dies durch Anklicken einer nicht vorausgefüllten Checkbox mit einem entsprechenden Einwilligungstext. Zudem ist das „Double-Opt-In“-Verfahren zu beachten, nach dem der Kunde an die hinterlegte Mailadresse nach Aktivieren der Checkbox erst einen Bestätigungslink erhält, dessen Aktivierung letztlich das Newsletter-Abonnement bestätigt.

Einen Leitfaden zur rechtssicheren Mailwerbung stellt die IT-recht Kanzlei hier bereit.

Auf Shopify können Newsletter-Einwilligungen bestmöglich im Checkout eingeholt werden.

Gehen Sie hierfür auf Einstellungen > Checkout und scrollen Sie bis zur Rubrik „E-Mail-Marketing" herunter.

Aktivieren Sie hier nun das Häkchen neben „Registrierungsoption beim Check-Out“ anzeigen. Lassen Sie das Häkchen neben „Registrierungsoption vorab auswählen“ unbedingt unausgewählt, da das Opt-In für die rechtliche Zulässigkeit aktiv vom Kunden gesetzt werden muss.

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In diesem Zusammenhang ebenfalls unerlässlich ist die Deaktivierung automatischer Warenkorb-Abbruchsmails. Diese stellen ohne Einwilligung des Empfängers verbotenen Spam da. Deaktivieren Sie hierfür in der Rubrik „Warenkorb-Abbrüche“ zwingend das Feld „Automatische E-Mails bei abgebrochenen Warenkörben senden“.

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Ein Einwilligungsfeld für die Mailwerbung wird nun im Checkout angezeigt. Shopify führt das Double-Opt-In-Verfahren hierbei automatisch durch.

Shopify48

III. Facebook-Pixel bei Shopify nutzen

Shopify bietet Onlinen-Händlern die Möglichkeit, den Facebook-Pixel, das cookie-basierte Retargeting-Tool von Facebook, über die Shop-Einstellungen direkt in den Shop zu integrieren.
Durch die Nutzung des Pixel wird Werbung auf Basis des Surfverhalten eines Facebook-Nutzes direkt in dessen Facebook-Account ausgespielt.

Zwar kann in datenschutzrechtlicher Hinsicht der Einsatz des Facebook Pixel über berechtigte Interessen des Verwenders gemäß Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO gerechtfertigt werden. Dies setzt aber voraus, dass dem Nutzer in der Datenschutzerklärung eine Möglichkeit zur Deeaktivierung des Pixel-Trackings über einen speziell einzurichtenden Opt-Out-Code geboten wird.

Die Anforderungen für die rechtskonforme Verwendung des Facebook Pixel sowie eine Anleitung zur Implementierung des Opt-Out-Codes auf Webseiten hat die IT-Recht Kanzlei in diesem Beitrag zusammengetragen.

Auf Shopify besteht derzeit noch keine Möglichkeit, einen Opt-Out-Code für das Facebook Pixel einzubinden. Mithin besteht ein nicht zu unterschätzendes Rechtsrisiko bei der Verwendung des Pixel auf Shopify.

Die IT-Recht Kanzlei rät Händlern auf Shopify daher momentan ab, den Pixel in ihren Shopify-Shops zu verwenden.

Tipp: Sie haben Fragen zu dem Beitrag? Diskutieren Sie hierzu gerne mit uns in der Unternehmergruppe der IT-Recht Kanzlei auf Facebook.

Autor:
Phil Salewski
Rechtsanwalt

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