Leserkommentar zum Artikel

Brauchen wir PayPal? Über Sinn und Unsinn des Online-Bezahlsystems

PayPal ist in aller Munde. Nach einer von Fittkau & Maaß Consulting durchgeführten W3B-Studie aus dem Jahre 2010 bevorzugen 79,3 Prozent der Befragten PayPal als Zahlungsmittel. Dieser Bekanntheitsgrad, aber auch Schwierigkeiten, die Mandanten der IT-Recht Kanzlei in der letzten Zeit mit PayPal hatten (einem unserer Mandanten wurde erst kürzlich sein PayPal-Konto mit 75.000,00 € eingefroren!!!), lädt dazu ein, über Sinn und Unsinn des Zahlungssystems PayPal einmal genauer nachzudenken.

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Geschäftsbeziehung beendet-ohne Grund

Beitrag von Sven S.
25.05.2018, 16:56 Uhr

Einen wunderschönen Guten Tag,

viele kennen vielleicht das Problem bereits:
PayPal führt in gewissen Abständen sogenannte „Risikoprüfungen“ durch.
Das ich ein Risiko für PayPal bin, wage ich nicht nur zu bezweifeln sondern dem ist schlicht weg nicht so. Ich bin Student und benutze PayPal so wie viele andere auch ganz normal ohne Auffälligkeiten.
Vor kurzem habe ich allerdings ein MacBook bei eBay verkauft gehabt, wobei der Käufer die Artikelbeschreibung nicht ordentlich gelesen hatte. Ich hatte eine Versandzeit von drei Wochen angegeben, wegen meiner Semesterferien. Nachdem ich dem Käufer dies geschrieben hatte, machte dieser ohne noch einen Kommentar abzugeben einen PayPal Fall auf, dieser wurde natürlich zu seinen Gunsten entschieden und anschließend blieb mein Konto eingeschränkt.
Mein Konto war auf grund dessen für 2 Tage! mit 200€ im Minus, da ich mir von dem bereits erhaltenen Geld etwas gekauft hatte.

Heute morgen erhielt ich dann folgende E-Mail:
Guten Tag, Sven S.!




Wir haben Ihr PayPal-Konto analysiert. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir aufgrund dieser Prüfung die Geschäftsbeziehungen mit Ihnen beenden. Dieser Schritt ist notwendig, um PayPal und andere PayPal-Kunden vor finanziellen Risiken zu schützen. 
 
Was geschieht mit Ihrem Guthaben?
 
Das Guthaben auf Ihrem PayPal-Konto werden wir vorübergehend einbehalten. Wir können Ihr Guthaben, solange wie dies vernünftigerweise notwendig ist, einbehalten, um uns gegen ein Haftungsrisiko zu schützen. Solch ein Risiko kann z. B. durch Kreditkartenrückbuchungen, Käuferschutzanträge und Konflikte oder Insolvenzen bestehen. 
 
Was bedeutet das konkret? 
 
1. Wir behalten Ihr Guthaben zunächst für 30 Tage ab dem Datum des letzten Zahlungsempfangs ein, da die Möglichkeit besteht, dass noch Anträge auf Käuferschutz, Rücklastschriften oder Kreditkartenrückbuchungen eingereicht werden.
2. Nach den 30 Tagen überprüfen wir Ihr Konto und berechnen unser Risiko. Alles überschüssige Guthaben außerhalb des Risikobetrages wird dann bereits an Sie ausgezahlt. Nach dieser Prüfung gibt es drei mögliche Szenarien: 
     a) Wir geben Ihr gesamtes Guthaben frei. 
     b) Wir geben einen Teilbetrag frei und überprüfen nach weiteren 30 Tagen Ihr Konto erneut, wie unter 2. beschrieben. 
     c) Wenn wir das Risiko als zu hoch einschätzen, behalten wir das gesamte Guthaben weiter ein. 
 
Insgesamt überprüfen wir Ihr Konto alle 30 Tage und können das Guthaben für bis zu 180 Tagen einbehalten, um uns gegen ein Haftungsrisiko zu schützen. Wir informieren Sie per E-Mail über unsere Entscheidung. 
 
Was geschieht, wenn ich einen negativen Kontostand habe? 
 
Ein negativer Kontostand kann zum Beispiel entstehen, wenn das Guthaben auf Ihrem PayPal-Konto nicht ausreicht, um begründete Rückzahlungsansprüche aus Käuferbeschwerden, Rücklastschriften oder Kreditkartenrückbuchungen auszugleichen. In einem solchen Fall empfehlen wir Ihnen, die Differenz umgehend auszugleichen. 
 
Hinweis: Sollten Sie einen negativen Kontostand nicht ausgleichen, verlängert dies die Bearbeitung der Konfliktfälle und wir könnten gezwungen sein, rechtliche Schritte gegen Sie einzuleiten. 
 
Sie können dieser Entscheidung jederzeit widersprechen. Loggen Sie sich dazu in Ihr PayPal-Konto ein, klicken Sie auf "Kontakt" und schreiben Sie uns eine E-Mail. Falls Sie noch Fragen haben, helfen wir Ihnen jederzeit gerne weiter.




Ihr PayPal-Guthaben wird bis zu 180 Tage einbehalten (ab dem Tag Ihrer letzten erhaltenen Zahlung). Nach 180 Tagen benachrichtigen wir Sie per E-Mail, dass Sie Ihr Geld abbuchen können. Wenn Sie diese Bankverbindung in Ihrem neuen PayPal-Konto benutzen wollen, benötigen wir:
 
   • Die Kopie eines möglichst aktuellen Auszugs des in Ihrem PayPal-Konto registrierten Bankkontos. Hinweis: Keine der Buchungen darf älter als zwölf Monate sein und der Kontoauszug muss Ihren Namen und die Kontonummer enthalten.
 
   • Einen gültigen Lichtbildausweis mit Ihrem Namen, z.B. Führerschein, Reisepass oder einen anderen amtlichen Ausweis (sofern noch nicht vorgelegt).




Mit freundlichen Grüßen    
Declan Muller
PayPal-Kundenservice 


Das ich an dieser Stelle noch mehr als 8.000€ auf dem PayPal Konto habe und auf diese gerne zugreifen würde, interessiert PayPal nicht.
Begründung seitens PayPal:
Käufer könnten 180 Tage lang Fälle gegen mich eröffnen. Aber wenn etwas mit der Wäre nicht stimmt, mache ich das doch gleich oder?
Zudem war das bisher der einzige Fall der jemals gegen mich aufgemacht worden ist.

Fakt ist:
Ich verstehe nicht wieso man die Geschäftsbeziehung mit mir beendet hat, würde mir allerdings wünschen wenn es eine Alternative zu PayPal in der heutigen Gesellschaft geben würde die einen nicht so stehen lässt und mit einem machen kann was man will.
Man sollte PayPal diese Art „Macht“ entziehen und definitiv das Handwerk legen.

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