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Verifizierungswelle bei etsy – Deadline bis zum 13.07.26: Was soll ich machen?

Verifizierungswelle bei etsy – Deadline bis zum 13.07.26: Was soll ich machen?
7 min
Beitrag vom: 09.07.2026

Etsy gehört zu den führenden Verkaufsplattformen im DIY- und Handmade-Sektor. Doch in letzter Zeit werden viele etsy-Händler von etsy zur Verifizierung aufgefordert. Was ist davon zu halten?

Was passiert da gerade bei etsy?

Verkaufsplattformen geraten seit einigen Jahren stärker in den Fokus staatlicher Kontrolle. Um zu verhindern, dass sich auf Plattformen wie Amazon, eBay oder etsy „schwarze Schafe“ tummeln, die sich steuerlichen Pflichten entziehen, hat sich der Gesetzgeber die Plattformbetreiber schon vor einiger Zeit zur Brust genommen.

So müssen Plattformen unter bestimmten Voraussetzungen etwa Verkäuferdaten und deren Umsätze an die Steuerbehörden melden, damit diese besser sogenannten „Scheinprivaten“ auf die Schliche kommen können.

Auch haften die Plattformen dem Fiskus für von dort aktiven Händlern nicht abgeführte Umsatzsteuer, es sei denn, der Händler hinterlegt bei der Plattform eine gütige Umsatzsteueridentifikationsnummer.

Nicht zuletzt führt auch das Eigeninteresse der Plattformen an einem reibungslosen Geschäftsbetrieb, insbesondere an der Minimierung von Betrugsfällen auf der Plattform dazu, dass die Betreiber inzwischen ganz genau wissen wollen, mit wem sie es auf Händlerseite da zu tun haben.

Seit einigen Wochen fordert etsy (aktive, also längst freigeschaltete) Händler per E-Mail, dazu auf, ihre Verkäuferdaten gegenüber etsy zu bestätigen.

Dies soll im Rahmen einer Online-Datenaktualisierung erfolgen, welche bis zum 13.07.2026 abgeschlossen werden muss, um negative Folgen (etwa Einbehaltung von Verkaufserlösen oder Versetzen des Shops in den Ferienmodus) zu vermeiden.

Etsy informiert(e) Seller dazu wie folgt:

Hallo (…),

Damit wir unseren Marktplatz schützen und Käufer:innen ein besseres Einkaufserlebnis bieten können, ist es notwendig, dass du deine Verkäuferdaten auf Etsy bestätigst.

Bestätige die Verkäuferdaten, die du uns mitgeteilt hast, und aktualisiere bzw. ergänze alle fehlenden Angaben innerhalb der nächsten 30 Tage.

So kannst du deine Verkäuferdaten bestätigen:

1. 1. Klicke auf Etsy.com auf Shop-Manager.
2. 2. Klicke oben in deinem Dashboard im gelben Banner auf Daten bestätigen.
3. 3. Folge den Anweisungen, um deine Daten zu überprüfen oder zu aktualisieren.

Zum Shop-Manager [Link]

Die folgenden Bestimmungen gelten für deinen Shop, je nachdem, wo du verkaufst oder wie hoch dein Umsatz ist. Mehr über die einzelnen Bestimmungen erfährst du in unserer Hilfe.

• Einhaltung der EPIL-Vorschriften: Du bist Verkäufer:in mit Wohnsitz im EWR, mindestens 18 Jahre alt und dein Shop wurde zuvor bei Etsy Ireland UC registriert und von diesem Unternehmen genehmigt.

Bestätige deine Angaben innerhalb von 30 Tagen, damit deine Zahlungen nicht zurückgehalten werden. Wenn du deine Daten nach 37 Tagen nicht bestätigt hast, wird dein Shop pausiert und in den Ferienmodus versetzt. Das bedeutet, dass du keine neuen Bestellungen erhalten kannst und deine Artikel nicht in Suchergebnissen auf Etsy erscheinen, bis du diesen Schritt abgeschlossen hast.

Hast du noch Fragen oder brauchst du weitere Hilfe? Wende dich an Etsy Support.

Danke, dass du uns hilfst, Etsy zu schützen.
Dein Etsy-Team

Auch im Verkäufer-Dashboard erinnert etsy prominent mittels gelb eingefärbeten Warnhinweis und eines „Countdowns“ mit der Aussage „Fällig in (…) Tagen: Bestätige Deine Daten, um weiterhin auf Etsy verkaufen zu können“ an die Notwendigkeit der Datenaktualisierung.

Hintergrund der Maßnahme scheint die Zahlungsabwicklung durch etsy zu sein („EPIL“).

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Weit mehr als eine Aktualisierung der Daten?

Mehrere etsy-Verkäufer berichten jedoch, dass es hierbei wohl nicht nur darum geht, bekannte Daten zu bestätigen oder zu aktualisieren (wie man es von manchem Account beim Online-Banking oder Mobilfunk-Anbieter in regelmäßigen Abständen kennt), sondern etsy hier eine vollständige Legitimation verlangt.

Davon betroffene etsy-Händler sollen im Rahmen einer Verifizierung Bilder von einem gültigen Ausweisdokument sowie von sich (also ein „Selfie“, wohl mittels Webcam) an etsy bzw. einen beauftragten Dienstleister übermitteln.

Da nicht nur die auf dem Ausweis vorhandenen Daten hochsensibel sind (und gerne auch missbräuchlich verwendet werden, geraten diese in die falschen Hände), sondern auch der Upload eines Fotos von sich selbst auf einen Server eines Dritten nicht jedermanns Sache ist, schrecken Betroffene zum Teil zurück, der Aufforderung etsys nachzukommen.

Was sollen betroffene Händler nun machen?

Diese Anforderung etsys führt bei vielen Händlern aktuell daher zu einer großen Verunsicherung.

Wenngleich etsy die an die Händler gestellte Anforderung als „Datenaktualisierung“ betitelt wird, hat es diese (jedenfalls bei manchen Händlern) doch in sich, da hochsensible Dokumente an etsy übermittelt werden sollen.

Der Upload der Bilder vom Ausweis und des „Live-Selfies“ erfolgt nicht direkt auf einen von etsy betriebenen Server. Etsy bedient sich zur technischen Durchführung der Verifizierung eines Dienstleisters namens Persona Identities, Inc. mit Sitz in den USA, siehe dazu.

Händler kennen des Problem: Diverse Dienste und Tools, die von Anbietern in den USA betrieben werden, lassen sich in der EU u.U. gar nicht datenschutzkonform nutzen, eben wegen des damit verbundenen Datentransfers in einen Drittstaat.

Nun sollen die Händler selbst hochsensible Daten (u.a. Fotos von sich selbst und einem Ausweisdokument) an den für etsys Verifikationsprozess eingesetzten Anbieter mit Sitz in den USA übermitteln. Das lässt viele zögern.

etsy leider am längeren Hebel

Auf den rechtlichen Hintergrund und insbesondere datenschutzrechtliche Vorgaben wird es hier leider im Ergebnis aber gar nicht ankommen: Fakt ist, dass etsy diese „Mitwirkung“ von seinen Händlern verlangt und für den Fall, dass diese nicht (rechtzeitig) erfolgt, Maßnahmen androht bis hin zum Ausschluss vom Verkauf.

Unabhängig, ob etsy unter rechtlichen Gesichtspunkten eine Verifizierung in diese Form vom Händler verlangen kann, sitzt etsy schlicht am längeren Hebel. Wer der Aufforderung nicht nachkommt, der dürfte – früher oder später – zumindest keine Verkaufserlöse mehr ausgekehrt erhalten bzw. sich vom Verkauf bei etsy ausgeschlossen wiederfinden, ggf. bis hin zur Kontosperrung.

Schon aus diesem Grund wird Händlern, die auch weiterhin bei etsy handeln wollen anzuraten sein, der Aufforderung nachzukommen. Andernfalls ist der Verkaufsaccount in Gefahr.

Jedenfalls empfiehlt es sich, dabei nicht den Weg der von etsy angebotenen biometrischen Verifizierung, bei der im Rahmen eines automatisierten Verfahrens Gesichtserkennungstechnologie zum Einsatz kommen soll, zu gehen, sondern die nicht-biometrische Verifizierung, bei der ein Mensch die Bilder des Ausweises und des Selfies abgleicht, zu wählen.

Wer als Händler technische Probleme hat (etwa keine Webcam für einen Upload nutzen kann), der sollte sich deswegen an den Support von etsy wenden.

Und wenn es doch zur Sperrung kommt

Vermutlich wird eine Vielzahl von Händlern aufgrund nicht oder zumindest nicht rechtzeitig durchgeführter Verifikation mit Restriktionen seitens etsy konfrontiert.

Wussten Sie bereits, dass die IT-Recht Kanzlei mit der Option „Rechtlicher Schutz bei Kontosperrungen“ eine Absicherung für den Fall der künftigen Sperrung eines Verkaufsaccounts auf einer deutschsprachigen Verkaufsplattform anbietet?

So können Sie im Fall der Fälle, wenn in Zukunft Ihr Verkäuferkonto gesperrt wird, entspannt auf anwaltliche Unterstützung bei der Wiederfreischaltung Ihres Accounts zurückgreifen.

Sie haben bereits den „Akutfall“ und Ihr Verkaufsaccount, etwa bei etsy, ist aktuell bereits gesperrt worden?

Für Neukunden, die unser Unlimited-Paket zusammen mit der Option „Rechtlicher Schutz bei Kontosperrungen“ beauftragen, werden die spezialisierten Rechtsanwälte der IT-Recht Kanzlei gerne auch direkt tätig, also bei bereits bestehender Kontosperrung.

Mehr Details zu Ihren Möglichkeiten haben wir in diesem Beitrag für Sie zusammengefasst.

Bei entsprechenden Einschränkungen empfiehlt sich die Hinzuziehung eines spezialisierten Rechtsanwalts jedenfalls dann, wenn der Händler den Eindruck gewinnt, beim etsy-Verkäuferservice in der Sache nicht mehr weiter zu kommen.

Sie wollen sich auf einen rechtssicheren und abmahnfreien Verkauf im Internet, etwa bei etsy, konzentrieren und dabei rechtlichen Problematiken, wie etwa Abmahnungen, vorbeugen, um Ärger und Kosten zu vermeiden?

Mit unseren Schutzpaketen sichern wir laufend eine sechsstellige Anzahl an Unternehmern bei deren Tätigkeiten im Internet ab.

Einfach, dauerhaft und abmahnsicher – bewährt seit 2004.

Fragen zum Beitrag? Diskutieren Sie hierzu gerne mit uns in der Unternehmergruppe der IT-Recht Kanzlei auf Facebook.


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