von Sebastian Segmiller

Nackte Tatsachen – Jugendschutz im Internet

News vom 04.12.2012, 17:04 Uhr | Keine Kommentare

IV. Zusammenfassung und Fazit

Noch einmal kurz zusammengefasst die wesentlichen Regelungen:

1. Absolut unzulässig nach § 4 Abs. 1 JMStV (also nicht einmal im geschlossenen Erwachsenenbereich erlaubt) und meist auch strafbar nach §§ 184 ff. StGB sind

  • Kinder-, jugend-, gewalt- und tierpornografische Angebote
  • Angebote, die Kinder oder Jugendliche in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung zeigen
  • indizierte Inhalte (Liste jugendgefährdender Medien Teile B und D)

2. Unzulässig nach § 4 Abs. 2 JMStV (und damit nur in für Minderjährige unzugänglichen Bereichen erlaubt) und ggf. strafbar nach §§ 184 ff. StGB sind

  • in sonstiger Weise pornografische Inhalte (v.a. dann gegeben, wenn die sexuelle Darstellung im Vordergrund steht und primäres Ziel die sexuelle Stimulation des Betrachters ist)
  • schwer entwicklungsgefährdende Angebote
  • indizierte Inhalte (Liste jugendgefährdender Medien Teile A und C)

3. Zulässig, sofern für bestimmte Altersgruppen nicht erreichbar (durch Altersverifikationssysteme, Jugendschutzprogramme, Zeitbeschränkungen, …) sind entwicklungsbeeinträchtigende Angebote nach § 5 JMStV (v.a. Angebote, die zwar noch nicht pornografisch sind, aber dennoch Sexualität visuelle und/oder akustisch darstellen)

Aufpassen müssen also nicht nur Anbieter pornografischer Seiten. Auch Händler, die getreu dem eingangs erwähnte Motto ihren Umsatz steigern wollen, sollten bei Werbung mit leicht bekleideten Damen und Herren an den Jugendschutz denken.

Im Zweifel gilt: Holen Sie sich kompetenten Rat! Gerne beraten wir Sie zum Thema Jugendschutz auf Ihrer Webseite.

© 2005-2019 ·IT-Recht Kanzlei Keller-Stoltenhoff, Keller