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Steuerrecht / Gesellschaftsrecht

E-Rechnung 2026/2027: Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten

E-Rechnung 2026/2027: Die 20 wichtigsten Fragen und Antworten
17 min 1
Stand: 29.10.2026
Erstfassung: 05.11.2024

Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Gesamtumsatz im Jahr 2026 grundsätzlich E-Rechnungen ausstellen. Für kleinere Betriebe gelten längere Übergangsfristen, Kleinunternehmer sind dauerhaft ausgenommen. Unsere FAQ erläutern die Einzelheiten.

Inhaltsverzeichnis

Rechtliche Änderungen kennen, bevor sie zum Problem werden

Neue Pflichten, aktuelle Abmahnthemen und praktische Tipps – alle 2 Wochen per E-Mail.

Allgemeines

1. Was ist eine E-Rechnung?

Eine elektronische Rechnung (E-Rechnung) ist nach § 14 Abs. 1 UStG eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird und eine elektronische Verarbeitung ermöglicht.

Das Format muss grundsätzlich der europäischen Norm EN 16931 entsprechen. Unter bestimmten Voraussetzungen können auch andere strukturierte elektronische Formate verwendet werden.

Eine gewöhnliche PDF-Rechnung erfüllt diese Anforderungen nicht. Sie gilt umsatzsteuerrechtlich als sonstige Rechnung.

Zu den gebräuchlichen E-Rechnungsformaten gehören:

  • XRechnung: Ein strukturierter XML-Datensatz ohne eigene Sichtdarstellung, der insbesondere auch bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber verwendet wird.
  • ZUGFeRD: Ein hybrides Format, das einen maschinenlesbaren XML-Datensatz mit einer für Menschen lesbaren PDF-Darstellung verbindet.

ZUGFeRD ist ab Version 2.0.1 grundsätzlich zulässig. Die Profile MINIMUM und BASIC-WL erfüllen allerdings nicht die Anforderungen an eine E-Rechnung im umsatzsteuerrechtlichen Sinne.

Auch andere europäische Formate, etwa Factur-X oder Peppol BIS Billing, können verwendet werden, sofern sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen.

2. Welche Unternehmen sind von der E-Rechnungspflicht betroffen?

Die Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen betrifft grundsätzlich steuerbare Umsätze zwischen Unternehmern, die beide im Inland ansässig sind (B2B-Umsätze).

Voraussetzung ist, dass der Leistungsempfänger die Leistung für sein Unternehmen bezieht und für den betreffenden Umsatz eine Rechnung nach § 14 Abs. 2 UStG auszustellen ist. Bezieht ein Unternehmer eine Leistung ausschließlich für private Zwecke, besteht insoweit keine Pflicht zur Ausstellung einer E-Rechnung.

Auch bei besonderen Formen der Umsatzbesteuerung kann eine E-Rechnung vorgeschrieben sein. Das betrifft beispielsweise:

  • Umsätze, bei denen der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer schuldet (Reverse Charge)
  • Umsätze, die der Differenzbesteuerung unterliegen
  • Reiseleistungen nach § 25 UStG
  • Umsätze von Land- und Forstwirten, die der Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG unterliegen

Für die Beurteilung der Ansässigkeit sind insbesondere der Sitz, die Geschäftsleitung und eine am betreffenden Umsatz beteiligte umsatzsteuerrechtliche Betriebsstätte maßgeblich. Hat der Unternehmer keinen Sitz, können auch sein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt entscheidend sein. Dies ist insbesondere bei Einzelunternehmern zu berücksichtigen.

Bei der Rechnungsausstellung ist nicht immer ohne Weiteres erkennbar, ob ein Kunde eine Leistung für sein Unternehmen bezieht.

Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026 (Rn. 5 und 6) wird es nicht beanstandet, wenn der Rechnungsaussteller keine E-Rechnung ausstellt, sofern er weder wusste noch bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns erkennen konnte, dass die Leistung für das Unternehmen des Empfängers bestimmt war.

Bei Massengeschäften mit Dauerschuldverhältnissen und gemischtem Kundenkreis genügt grundsätzlich eine entsprechende Klärung bei Vertragsbeginn beziehungsweise bei einer Vertragsänderung. Regelmäßige erneute Nachfragen sind nicht erforderlich.

3. Müssen auch Kleinunternehmer E-Rechnungen ausstellen?

Nein. Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG sind gemäß § 34a UStDV dauerhaft von der Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen ausgenommen.

Sie dürfen ihre Rechnungen daher auch nach dem 31. Dezember 2027 weiterhin in Papierform oder mit Zustimmung des Empfängers beispielsweise als PDF ausstellen. Freiwillig können sie jedoch auch E-Rechnungen verwenden.

E-Rechnungen empfangen müssen Kleinunternehmer dagegen schon seit dem 1. Januar 2025. Die Ausnahme betrifft ausschließlich die Ausstellung, nicht den Empfang solcher Rechnungen.

4. Sind auch Rechnungen an Verbraucher betroffen?

Nein. Die umsatzsteuerrechtliche Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen betrifft grundsätzlich nur Umsätze zwischen inländischen Unternehmern. Bei Verkäufen an private Endverbraucher besteht daher keine entsprechende Verpflichtung. Das gilt auch für Onlinehändler, die ihre Waren ausschließlich an Verbraucher verkaufen.

Allerdings müssen auch reine B2C-Händler seit dem 1. Januar 2025 E-Rechnungen empfangen können, wenn sie beispielsweise Waren oder Dienstleistungen von inländischen Unternehmen für ihren Geschäftsbetrieb beziehen.

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5. Welche Ausnahmen gelten dauerhaft?

Auch nach Ablauf der Übergangsfristen müssen nicht für sämtliche B2B-Umsätze E-Rechnungen ausgestellt werden. Dauerhaft ausgenommen sind:

  • Kleinbetragsrechnungen mit einem Gesamtbetrag von höchstens 250 Euro (§ 33 UStDV)
  • Fahrausweise im Sinne des § 34 UStDV
  • Rechnungen über Leistungen von Kleinunternehmern nach § 19 UStG (§ 34a UStDV)
  • Umsätze, für die nach § 14 Abs. 2 UStG keine umsatzsteuerrechtliche Rechnungsausstellungspflicht besteht

Zu den letztgenannten Fällen gehören grundsätzlich auch Umsätze, die nach § 4 Nr. 8 bis 29 UStG steuerfrei sind.

Wird statt einer E-Rechnung eine sonstige Rechnung in einem elektronischen Format, beispielsweise als PDF, übermittelt, ist grundsätzlich die Zustimmung des Rechnungsempfängers erforderlich.

6. Was gilt bei Rechnungen an Unternehmen im Ausland?

Die E-Rechnungspflicht nach § 14 Abs. 2 UStG setzt grundsätzlich voraus, dass sowohl der leistende Unternehmer als auch der Leistungsempfänger im Inland ansässig sind.

Bei Umsätzen mit ausländischen Unternehmen besteht daher regelmäßig keine entsprechende Ausstellungspflicht.

Allerdings sind bei der Beurteilung der Ansässigkeit auch die gesetzlichen Regelungen zu Betriebsstätten zu berücksichtigen. Entscheidend kann insbesondere sein, ob eine inländische Betriebsstätte am betreffenden Umsatz beteiligt ist.

Zudem können sich aus anderen Vorschriften oder ausländischen Rechtsordnungen besondere Anforderungen an die elektronische Rechnungsstellung ergeben.

7. Gelten besondere Regeln für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber?

Ja. Für Rechnungen an öffentliche Auftraggeber bestehen bereits seit mehreren Jahren besondere Vorschriften.

Auf Bundesebene gilt grundsätzlich seit dem 27. November 2020 eine Verpflichtung zur elektronischen Rechnungsstellung. Einzelheiten und Ausnahmen ergeben sich insbesondere aus der E-Rechnungsverordnung des Bundes.

Für öffentliche Auftraggeber der Länder und Kommunen können abweichende Regelungen gelten.

Wer öffentliche Auftraggeber beliefert, muss deshalb neben den umsatzsteuerrechtlichen Vorgaben auch die besonderen Vorschriften für elektronische Rechnungen beachten. Diese können strengere Anforderungen stellen, etwa an das Rechnungsformat oder den Übermittlungsweg.

Übergangsfristen und Ausstellungspflichten

1. Ab wann müssen Unternehmen E-Rechnungen ausstellen?

Die verpflichtende Ausstellung von E-Rechnungen wird schrittweise eingeführt.

Für die von der E-Rechnungspflicht erfassten inländischen B2B-Umsätze gelten nach § 27 Abs. 38 UStG folgende Fristen:

  • Bis zum 31. Dezember 2026 dürfen für Umsätze, die in den Jahren 2025 und 2026 ausgeführt werden, grundsätzlich noch sonstige Rechnungen ausgestellt und übermittelt werden.
  • Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem maßgeblichen Gesamtumsatz von mehr als 800.000 Euro im Jahr 2026 grundsätzlich E-Rechnungen ausstellen.
  • Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von höchstens 800.000 Euro im Jahr 2026 dürfen für Umsätze des Jahres 2027 noch bis zum 31. Dezember 2027 sonstige Rechnungen ausstellen und übermitteln.
  • Bis zum 31. Dezember 2027 dürfen unter den gesetzlichen Voraussetzungen außerdem bestimmte Rechnungen weiterhin mittels elektronischem Datenaustausch (EDI) übermittelt werden.
  • Ab dem 1. Januar 2028 müssen grundsätzlich alle von der Ausstellungspflicht erfassten inländischen Unternehmer E-Rechnungen verwenden.

Die dauerhaften gesetzlichen Ausnahmen, insbesondere für Kleinunternehmer, bleiben bestehen.

Die Übergangsregelungen nach § 27 Abs. 38 UStG knüpfen sowohl an den Zeitpunkt der Leistungsausführung als auch an den Zeitpunkt der Rechnungsausstellung und -übermittlung an.

Wird beispielsweise eine Leistung im Dezember 2026 erbracht, die Rechnung aber erst im Januar 2027 ausgestellt und übermittelt, kann die allgemeine Übergangsregelung nicht mehr in Anspruch genommen werden.

Das gilt auch für Unternehmen, deren maßgeblicher Gesamtumsatz 2026 höchstens 800.000 Euro betrug: Die verlängerte Übergangsregelung erfasst nur Umsätze, die im Jahr 2027 ausgeführt werden.

Entsprechendes gilt beim Jahreswechsel 2027/2028: Eine erst 2028 ausgestellte und übermittelte Rechnung fällt nicht mehr unter die bis Ende 2027 befristete Erleichterung.

2. Welche Unternehmen müssen bereits ab 2027 E-Rechnungen ausstellen?

Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmer grundsätzlich E-Rechnungen für die erfassten inländischen B2B-Umsätze ausstellen, wenn ihr maßgeblicher Gesamtumsatz im Jahr 2026 mehr als 800.000 Euro betragen hat.

Maßgeblich ist der Gesamtumsatz im Sinne des § 19 Abs. 2 UStG.

Unternehmen, deren Gesamtumsatz diese Grenze nicht überschreitet, können die verlängerte Übergangsregelung bis Ende 2027 nutzen.

Ein Onlinehändler erzielt im Jahr 2026 einen maßgeblichen Gesamtumsatz von 950.000 Euro.

Er muss ab dem 1. Januar 2027 für die von der E-Rechnungspflicht erfassten B2B-Umsätze grundsätzlich E-Rechnungen ausstellen.

Ein anderer Händler erzielt 2026 lediglich 600.000 Euro Gesamtumsatz. Er kann für entsprechende Umsätze noch bis Ende 2027 die gesetzliche Übergangsregelung nutzen.

Dies gilt auch bei einem Gesamtumsatz von genau 800.000 Euro. Erst wenn diese Grenze überschritten wird, entfällt die umsatzabhängige Übergangsregelung.

Bei einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft ist für die Umsatzgrenze nicht auf die einzelnen Gesellschaften, sondern auf den Gesamtumsatz des gesamten Organkreises abzustellen.

Dies stellt das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024 (Rn. 64) ausdrücklich klar.

Für Gesellschaften innerhalb einer umsatzsteuerrechtlichen Organschaft kann die Ausstellungspflicht daher schon 2027 greifen, obwohl ihr eigener Umsatz unter 800.000 Euro liegt. Entscheidend ist der Gesamtumsatz des Organkreises.

3. Welche Regeln gelten für Unternehmen mit höchstens 800.000 Euro Gesamtumsatz?

Unternehmen, deren maßgeblicher Gesamtumsatz im Jahr 2026 höchstens 800.000 Euro beträgt, dürfen für die von der E-Rechnungspflicht erfassten Umsätze des Jahres 2027 noch bis zum 31. Dezember 2027 sonstige Rechnungen ausstellen und übermitteln.

Dabei gelten folgende Regeln:

  • Papierrechnungen können weiterhin ohne Zustimmung des Rechnungsempfängers verwendet werden.
  • Sonstige elektronische Rechnungen, beispielsweise gewöhnliche PDF-Dateien, setzen die Zustimmung des Rechnungsempfängers voraus.
  • E-Rechnungen im gesetzlich vorgeschriebenen Format dürfen ebenfalls ausgestellt werden.

Ab 2028 müssen auch diese Unternehmen E-Rechnungen ausstellen. Die dauerhaften Ausnahmen, etwa für Kleinunternehmer, gelten weiterhin.

4. Dürfen Unternehmen während der Übergangsfristen weiterhin PDF-Rechnungen verwenden?

Ja. Während der geltenden Übergangsfristen können Unternehmen weiterhin Papierrechnungen oder gewöhnliche PDF-Rechnungen verwenden.

Bei PDF-Rechnungen muss der Empfänger allerdings zustimmen. Für Papierrechnungen ist eine solche Zustimmung nicht erforderlich.

Nach Ablauf der jeweiligen Übergangsfrist reichen gewöhnliche PDF-Rechnungen für die von der E-Rechnungspflicht erfassten Umsätze nicht mehr aus.

5. Was gilt für Anzahlungs-, Abschlags-, Schluss- und Dauerrechnungen?

Auch Anzahlungs-, Voraus- und Abschlagsrechnungen können der E-Rechnungspflicht unterliegen.

Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026 (Rn. 2 bis 4) müssen solche Rechnungen jedoch nicht nachträglich als E-Rechnung ausgestellt werden, wenn sie noch vor Beginn der für den jeweiligen Unternehmer geltenden Ausstellungspflicht unter Inanspruchnahme der Übergangsregelungen erteilt wurden.

Das gilt selbst dann, wenn die Zahlung oder die Leistungserbringung erst nach diesem Zeitpunkt erfolgt.

Eine später ausgestellte Schlussrechnung muss dagegen grundsätzlich als E-Rechnung ausgestellt werden, wenn zu diesem Zeitpunkt die entsprechende Verpflichtung besteht.

Für die Darstellung bereits vereinnahmter Teilentgelte sieht die Finanzverwaltung Erleichterungen vor.

Bis zum 30. Juni 2030 wird insbesondere nicht beanstandet, wenn die Teilentgelte im strukturierten Datensatz zusammengefasst im Feld BT-113 angegeben und die erforderlichen Einzelheiten im Freitextfeld BT-22 erläutert werden.

Alternativ können die Einzelheiten unter den vom BMF genannten Voraussetzungen in einem eingebetteten Anhang dargestellt werden, auf den im strukturierten Teil ausdrücklich hingewiesen wird.

Besonderheiten gelten auch für Dauerrechnungen, wie sie beispielsweise bei gewerblichen Mietverhältnissen mit Umsatzsteueroption oder bei Wartungsverträgen vorkommen.

Wurde eine Dauerrechnung bereits vor dem 1. Januar 2027 zulässigerweise als sonstige Rechnung erteilt, muss sie nicht allein wegen der Einführung der E-Rechnungspflicht zusätzlich als E-Rechnung ausgestellt werden.

Voraussetzung ist, dass sich die umsatzsteuerrechtlich erforderlichen Rechnungsangaben nicht ändern.

Kommt es beispielsweise zu einer Mieterhöhung, durch die sich das in der Dauerrechnung ausgewiesene Entgelt ändert, muss die Rechnung angepasst werden. Besteht zu diesem Zeitpunkt eine E-Rechnungspflicht, ist die Änderung grundsätzlich in der vorgeschriebenen elektronischen Form vorzunehmen.

Bei neu ausgestellten Dauerrechnungen genügt es grundsätzlich, einmalig für den ersten Teilleistungszeitraum eine E-Rechnung auszustellen, aus der sich die Dauerwirkung ergibt. Der zugrunde liegende Vertrag kann dabei als eingebetteter Anhang aufgenommen werden.

Die Einzelheiten ergeben sich aus dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024 (Rn. 44 bis 46).

Empfang und Aufbewahrung

1. Wie müssen Unternehmen den Empfang von E-Rechnungen sicherstellen?

Seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmer grundsätzlich E-Rechnungen empfangen können.

Hierfür genügt zunächst ein gewöhnliches geschäftlich genutztes E-Mail-Postfach. Ein besonderes elektronisches Rechnungspostfach ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Eingehende E-Rechnungen müssen allerdings zuverlässig empfangen und ordnungsgemäß aufbewahrt werden.

Für die Darstellung und Weiterverarbeitung der strukturierten Rechnungsdaten können zusätzliche Programme erforderlich sein. Eine automatisierte Weiterverarbeitung schreibt das Gesetz jedoch nicht vor.

Es empfiehlt sich, für den Rechnungseingang eine gesonderte E-Mail-Adresse einzurichten und die eingehenden Rechnungen regelmäßig zu kontrollieren.

Für die Darstellung, Prüfung und Archivierung können geeignete technische Lösungen eingesetzt werden. Einen Überblick über die technischen Anforderungen und praktische Umsetzungsmöglichkeiten bietet beispielsweise dieser Leitfaden zur E-Rechnungspflicht.

2. Welche Aufbewahrungspflichten gelten für E-Rechnungen?

Für E-Rechnungen gelten grundsätzlich dieselben gesetzlichen Aufbewahrungsfristen wie für andere Rechnungen. Die umsatzsteuerrechtliche Aufbewahrungsfrist beträgt seit dem 1. Januar 2025 acht Jahre (§ 14b Abs. 1 UStG).

Bei der Archivierung ist darauf zu achten, dass der strukturierte Datenteil in seiner ursprünglichen Form erhalten bleibt. Ein bloßer Ausdruck oder die ausschließliche Speicherung einer PDF-Darstellung genügt daher nicht. Außerdem müssen die Echtheit der Herkunft, die Unversehrtheit des Inhalts und die Lesbarkeit der Rechnung gewährleistet sein.

Neben diesen umsatzsteuerrechtlichen Vorgaben sind auch die allgemeinen abgabenrechtlichen Aufbewahrungspflichten nach § 147 AO und den GoBD zu beachten.

Das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025 stellt klar, dass die Speicherung einer E-Rechnung außerhalb eines GoBD-konformen Datenverarbeitungssystems für sich genommen noch keinen Verstoß gegen die umsatzsteuerrechtliche Aufbewahrungspflicht darstellt.

Entscheidend ist, dass der strukturierte Datenteil unversehrt in seiner ursprünglichen Form erhalten bleibt und die Anforderungen des § 14b Abs. 1 UStG erfüllt werden. Die darüber hinausgehenden abgabenrechtlichen Aufbewahrungspflichten nach § 147 AO und den GoBD bleiben davon unberührt.

Format und Inhalt der E-Rechnung

1. Welche Angaben muss eine E-Rechnung enthalten?

E-Rechnungen müssen grundsätzlich dieselben umsatzsteuerrechtlichen Pflichtangaben enthalten wie andere Rechnungen.

Hierzu gehören nach § 14 Abs. 4 UStG insbesondere:

  • Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Rechnungsausstellers
  • Ausstellungsdatum
  • Fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände beziehungsweise Art und Umfang der sonstigen Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung
  • Entgelt und gegebenenfalls anzuwendender Steuersatz
  • Umsatzsteuerbetrag oder Hinweis auf eine Steuerbefreiung

Bei bestimmten Rechnungen können zusätzliche oder abweichende Angaben erforderlich sein.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Rechnungsangaben müssen im strukturierten Datensatz enthalten sein beziehungsweise nach den gesetzlichen Vorgaben daraus ausgelesen werden können.

Bereits aus diesem Datensatz muss sich hinreichend genau ergeben, welche Leistung abgerechnet wird und wie sie umsatzsteuerrechtlich zu behandeln ist. Ein bloßer Verweis auf einen beigefügten Vertrag oder Stundennachweis reicht dafür nicht aus.

Welche Angaben erforderlich sind, konkretisiert das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026 (Rn. 8 bis 12).

Bei E-Rechnungen, deren Berechnung von Bruttopreisen ausgeht, können Rundungsdifferenzen entstehen, weil das europäische Rechnungsdatenmodell grundsätzlich auf Nettobeträgen aufbaut.

Das BMF lässt deshalb für bis zum 31. Dezember 2027 ausgestellte E-Rechnungen unter bestimmten Voraussetzungen eine vereinfachte Darstellung zu.

Dabei können die Gesamtsummen nach Steuersätzen im strukturierten Datensatz angegeben werden, während die Einzelpositionen aus einer eingebetteten Anlage hervorgehen. Voraussetzung ist insbesondere ein eindeutiger Verweis auf diese Anlage im strukturierten Datensatz.

Die Einzelheiten ergeben sich aus Rn. 17 bis 19 des BMF-Schreibens vom 15. Oktober 2026.

2. Sind hybride Rechnungsformate wie ZUGFeRD zulässig?

Ja. Neben rein strukturierten E-Rechnungen sind auch hybride Formate zulässig, die einen maschinenlesbaren Datensatz mit einer für Menschen lesbaren Darstellung verbinden. Bei ZUGFeRD werden hierzu ein XML-Datensatz und eine PDF-Darstellung in einer Datei zusammengefasst.

Voraussetzung ist, dass der strukturierte Datenteil die gesetzlichen Anforderungen an eine E-Rechnung erfüllt. Weichen die Angaben im PDF-Teil von denen im XML-Datensatz ab, ist für die umsatzsteuerrechtliche Beurteilung grundsätzlich der XML-Datensatz maßgeblich.

Nicht jede ZUGFeRD-Datei erfüllt automatisch die gesetzlichen Anforderungen an eine E-Rechnung. Zwar ist ZUGFeRD ab Version 2.0.1 grundsätzlich zulässig, die Profile MINIMUM und BASIC-WL gelten jedoch nicht als E-Rechnung im umsatzsteuerrechtlichen Sinne.

Weitere Einzelheiten erläutert das BMF in seinen FAQ zur E-Rechnung.

3. Können Unternehmen auch andere elektronische Rechnungsformate vereinbaren?

Ja. Rechnungsaussteller und Rechnungsempfänger können unter bestimmten Voraussetzungen auch ein anderes strukturiertes elektronisches Rechnungsformat vereinbaren.

Voraussetzung ist insbesondere, dass sich die nach dem Umsatzsteuergesetz erforderlichen Angaben richtig und vollständig in ein Format extrahieren lassen, das der europäischen Norm EN 16931 entspricht oder mit diesem interoperabel ist.

Ohne eine solche Vereinbarung ist grundsätzlich ein Format nach EN 16931 zu verwenden.

Eine gewöhnliche PDF-Datei wird durch eine entsprechende Vereinbarung allerdings nicht zu einer E-Rechnung im umsatzsteuerrechtlichen Sinne.

4. Wie müssen ergänzende Unterlagen in eine E-Rechnung eingebunden werden?

Nicht jede Einzelheit einer abgerechneten Leistung muss unmittelbar im strukturierten Rechnungsdatensatz stehen. Zur näheren Beschreibung können auch ergänzende Unterlagen wie Verträge, Stundennachweise oder ausführliche Leistungsbeschreibungen herangezogen werden.

Sollen solche Dokumente Bestandteil der E-Rechnung sein, müssen sie technisch in diese eingebettet werden. Ein separater E-Mail-Anhang genügt hierfür ebenso wenig wie eine Datei, die lediglich dem PDF-Teil einer hybriden ZUGFeRD-Rechnung beigefügt ist.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Rechnungsangaben müssen dabei weiterhin im strukturierten Datensatz enthalten beziehungsweise nach den gesetzlichen Vorgaben daraus auslesbar sein. Die näheren Anforderungen an die Einbettung ergänzender Unterlagen ergeben sich aus dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026, mit dem der Umsatzsteuer-Anwendungserlass entsprechend angepasst wurde.

Fehler und rechtliche Konsequenzen

1. Können fehlerhafte E-Rechnungen berichtigt werden?

Ja. Fehlerhaft ausgestellte E-Rechnungen können unter den gesetzlichen Voraussetzungen berichtigt werden. Besteht für den betreffenden Umsatz eine Pflicht zur Ausstellung einer E-Rechnung, muss grundsätzlich auch die Berichtigung in der vorgeschriebenen elektronischen Form erfolgen. Dies kann beispielsweise durch eine Korrekturrechnung oder durch Stornierung und Neuausstellung geschehen.

Allerdings ist technisch noch nicht abschließend festgelegt, mit welchem Rechnungstyp bestimmte Berichtigungsvorgänge, etwa eine ersetzende oder kumulierende Berichtigung, darzustellen sind. Nach Auffassung des BMF kann deshalb derzeit jede in der Praxis geeignete Art der Rechnungskorrektur mit einem passenden Rechnungstyp übermittelt werden. Entscheidend ist, dass sich aus der ursprünglichen Rechnung und den Berichtigungsdokumenten insgesamt die zutreffenden Rechnungsangaben eindeutig ergeben. Einzelheiten hierzu enthält das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026 (Rn. 20 und 21).

Nicht jeder Fehler betrifft allerdings den Rechnungsinhalt. Bei der technischen Prüfung ist zwischen Formatfehlern und sogenannten Geschäftsregelfehlern zu unterscheiden. Davon hängt unter anderem ab, ob die Datei umsatzsteuerrechtlich überhaupt als E-Rechnung gilt.

Während ein Formatfehler dazu führt, dass die Datei umsatzsteuerrechtlich nur als sonstige Rechnung gilt, bleibt bei einem Geschäftsregelfehler die Eigenschaft als E-Rechnung grundsätzlich erhalten. Ein umsatzsteuerrechtlich relevanter Inhaltsfehler liegt in diesem Fall nur vor, wenn eine gesetzlich vorgeschriebene Rechnungsangabe betroffen ist.

Eine technische Fehlermeldung bedeutet somit nicht zwangsläufig, dass auch ein umsatzsteuerrechtlich relevanter Rechnungsfehler vorliegt. Einzelheiten hierzu enthält das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026 (Rn. 22 und 23).

Eine wirksame Rechnungsberichtigung kann unter den allgemeinen Voraussetzungen steuerlich auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Rechnungsausstellung zurückwirken.

2. Welche Konsequenzen drohen bei Verstößen gegen die E-Rechnungspflicht?

Verstöße gegen die gesetzlichen Rechnungspflichten können unterschiedliche Folgen haben. Neben möglichen Bußgeldern sind insbesondere die Auswirkungen auf den Vorsteuerabzug des Rechnungsempfängers zu beachten.

a. Wann drohen Bußgelder?

Wer entgegen den gesetzlichen Vorgaben eine Rechnung nicht oder nicht rechtzeitig ausstellt, kann eine Ordnungswidrigkeit nach § 26a Abs. 2 Nr. 1 UStG begehen. Voraussetzung ist, dass der Verstoß vorsätzlich oder leichtfertig erfolgt. In diesem Fall droht eine Geldbuße von bis zu 5.000 Euro.

Anders verhält es sich, wenn zwar eine Rechnung ausgestellt wird, diese aber nicht dem vorgeschriebenen E-Rechnungsformat entspricht. Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2026 (Rn. 28) stellt die Ausstellung einer sonstigen Rechnung anstelle einer verpflichtenden E-Rechnung keine Ordnungswidrigkeit nach § 26a Abs. 2 Nr. 1 UStG dar.

Bußgelder können allerdings auch bei Verstößen gegen die gesetzlichen Aufbewahrungspflichten drohen. Wer Rechnungen entgegen § 14b Abs. 1 Satz 1 UStG vorsätzlich oder leichtfertig nicht oder nicht mindestens acht Jahre aufbewahrt, muss nach § 26a UStG ebenfalls mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro rechnen.

b. Welche Folgen hat ein falsches Rechnungsformat für den Vorsteuerabzug?

Auch wenn die Ausstellung einer sonstigen Rechnung anstelle einer vorgeschriebenen E-Rechnung keine entsprechende Ordnungswidrigkeit darstellt, kann sie den Vorsteuerabzug des Rechnungsempfängers beeinträchtigen.

Wird trotz bestehender E-Rechnungspflicht lediglich eine sonstige Rechnung ausgestellt, entspricht diese nicht den gesetzlichen Anforderungen an die Rechnungsform und berechtigt deshalb zunächst grundsätzlich nicht zum Vorsteuerabzug.

Abhilfe kann die nachträgliche Ausstellung einer ordnungsgemäßen E-Rechnung schaffen. Eine solche Berichtigung kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen auf den Zeitpunkt der ursprünglichen Rechnungsausstellung zurückwirken. Hierfür muss die nachträglich ausgestellte E-Rechnung insbesondere spezifisch und eindeutig auf die ursprüngliche sonstige Rechnung Bezug nehmen.

Allerdings ist der Vorsteuerabzug auch ohne Berichtigung nicht in jedem Fall ausgeschlossen. Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2024 (Rn. 58) kann er unter Anlegung eines strengen Maßstabs möglich sein, wenn die Finanzverwaltung über sämtliche Angaben verfügt, die zur Überprüfung der materiellen Voraussetzungen erforderlich sind.

Eine weitere Erleichterung sieht Rn. 59 desselben Schreibens vor: Konnte der Rechnungsempfänger anhand der ihm vorliegenden Informationen davon ausgehen, dass der Rechnungsaussteller die Übergangsregelungen nach § 27 Abs. 38 UStG nutzen durfte, wird der Vorsteuerabzug allein wegen des falschen Rechnungsformats nicht beanstandet.

Der Empfänger muss hierfür keine Nachforschungen anstellen, die über die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns hinausgehen. Ihm bereits bekannte Umstände, etwa die Größe des Rechnungsausstellers oder Informationen aus verbundenen Unternehmensstrukturen, muss er allerdings berücksichtigen. Unabhängig von diesen Erleichterungen kann er grundsätzlich die Ausstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung verlangen.

Unternehmen sollten rechtzeitig prüfen, ob ihre Rechnungssoftware die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und eingehende E-Rechnungen ordnungsgemäß verarbeitet und archiviert werden können. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die ab dem 1. Januar 2027 erstmals zur Ausstellung von E-Rechnungen verpflichtet sind.

Fazit

Ab 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Gesamtumsatz bei den erfassten inländischen B2B-Umsätzen grundsätzlich E-Rechnungen ausstellen. Kleinere Unternehmen haben noch bis Ende 2027 Zeit. Ab 2028 gilt die Pflicht unabhängig vom Umsatz, wobei insbesondere Kleinunternehmer weiterhin ausgenommen bleiben.

E-Rechnungen empfangen können müssen dagegen schon seit Anfang 2025 alle inländischen Unternehmer. Wer seine Rechnungsprozesse bislang noch nicht angepasst hat, sollte dies daher spätestens jetzt nachholen.

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1 Kommentar

H
Händler
Endkunde oder Unternehmer wie unterscheiden
Wenn ein Käufer in meinem Shop etwas bestellt, weiß ich doch gar nicht, ob das ein Unternehmer oder ein Endkunde ist. Einige private Kunden geben auch einfachhalber nur die Adresse ihrer Firma an, weil sie es dort hinliefern lassen. Oder umgekehrt, Einzelunternehmer bestellen etwas für ihre Firma. Muss ich dann bei jedem Kunden fragen, welches Format er benötigt?
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