von RA Nicolai Amereller

Verkaufen über DaWanda – besteht die Gefahr einer Abmahnung wegen der dortigen Umsetzung der „Buttonlösung“?

News vom 07.08.2012, 15:16 Uhr | 4 Kommentare 

Die Abstimmung war eindeutig: Die Mehrheit der Leser unserer Facebook-Seite hat sich dafür ausgesprochen, die Umsetzung der Buttonlösung auf der Verkaufsplattform DaWanda näher untersuchen zu lassen. Teilweise war eine gewisse Panik unter den DaWanda-Verkäufern zu spüren. Sogar eine Abmahnwelle wurde prophezeit, da die Händler selbst nur eine sehr geringe Einflussmöglichkeit auf den Bestellablauf haben und vermuten, die „Buttonlösung“ werde vom Plattformbetreiber nur unzureichend umgesetzt.

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Diese Panik ist nach unserer Überprüfung größtenteils unbegründet, jedenfalls in Hinblick auf die Buttonlösung.

Die IT-Recht-Kanzlei hat in den letzten Wochen aus anderen Gründen eine Vielzahl von Shops bei DaWanda überprüft. Dabei sind den Rechtsanwälten in erster Linie Verstöße aufgefallen, die gar nichts mit der „Buttonlösung“ zu tun haben. Es fand sich eine Vielzahl von Verstößen „einfacher“ Natur: Ganz vorne dabei waren fehlerhafte Impressen und falsche bzw. veraltete Widerrufsbelehrungen und damit „Abmahnklassiker“.

Auffallend war auch, dass die verkäufereigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen in aller Regel in unzureichender bzw. sogar in unzulässiger Weise ausgestaltet werden – eine weitere „Abmahnfalle“. In dem Zusammenhang weisen wir gerne darauf hin, dass wir unseren Facebook-Fans die Möglichkeit bieten, dauerhaft Allgemeine Geschäftsbedingungen der IT-Recht Kanzlei für die Dawanda-Plattform zu buchen - für nur 9,90 Euro (zzgl. Mwst.) / Monat. Bei Interesse, sprechen Sie uns hierzu gerne an: info@it-recht-kanzlei.de

Aber nun zum Kern unserer Stellungnahme, der Umsetzung der „Buttonlösung“ durch den Plattformbetreiber DaWanda. Folgende „Problempunkte“ wurden von den DaWanda-Verkäufern angesprochen bzw. fielen der IT-Recht Kanzlei ins Auge:

I.    Grundsätzliche Gestaltung der finalen Bestellseite bei DaWanda

Die derzeitige Gestaltung der finalen Bestellseite bei DaWanda beurteilen wir als verbesserungsbedürftig, aber nicht als kritisch.

1.    Der „Button“

Der „Button“ ist mit „Zahlungspflichtig bestellen >>“ grundsätzlich korrekt beschriftet und an der richtigen Stelle platziert. Hier wäre es wünschenswert, wenn die beiden hinter „bestellen“ dargestellten „Pfeile“ entfernt würden, da der Gesetzgeber bei Nutzung der gesetzlichen Musterbeschriftung „zahlungspflichtig bestellen“ verlangt, dass der „Button“ dann „mit nichts anderem“ außer der Musterformulierung beschriftet sein darf. Als kritisch betrachten wir diese Angelegenheit jedoch nicht.

2.    Hervorhebung der Pflichtinformationen

Nicht optimal ist dagegen, dass die jeweiligen Pflichtinformationen zu dem/ den bestellten Artikel(n) auf der finalen Bestellseite bei DaWanda nicht gegenüber den sonstigen Seiteninhalten hervorgehoben dargestellt werden. Die „Hervorhebung“ beschränkt sich derzeit darauf, dass die jeweiligen Informationen, getrennt nach den einzelnen Verkäufern je in einem Kasten dargestellt werden, der jeweils oben durch einen grau hinterlegten Balken eingeleitet wird. In identischer Weise wird aber auch die Eingabemaske für die Lieferadresse auf der finalen Bestellseite „hervorgehoben“, die jedoch nicht zu den neuen Pflichtinformationen gehört.

Weiterhin mussten wir feststellen, dass die Darstellung des Gesamtpreises inkl. Verpackung und Versand bei allen ausgewählten Verkäufern ganz unten sogar außerhalb der angesprochenen Kästen, und damit ohne jede Hervorhebung dargestellt wird.

Jedenfalls bis gestern, 06.08.2012, prangte ganz oben auf dieser Seite ein prominent dunkelgrün umrahmter und hellgrün hinterlegter Infokasten mit der Ankündigung des „Rabatt-Specials „Sommerlaune““. Gegenüber dieser deutlich hervorgehobenen Information traten die eigentlich hervorgehoben darzustellenden neuen Pflichtinformationen auf der finalen Bestellseite in den Hintergrund. Eigentlich sollte es umgekehrt laufen, so dass wir nur dazu raten können, dass die jeweiligen Pflichtinformationen künftig durch farblich deutlich hervorgehobene Einrahmung und Hinterlegung hervorgehoben werden, und zwar inkl. des Gesamtpreises bei allen ausgewählten Verkäufern.

3.    Vorhandene Gestaltungselemente zwischen Pflichtinformationen und „Button“

Nach der Gesetzesbegründung zu den seit dem 01.08.2012 umzusetzen Änderungen dürfen sich zwischen den neuen Pflichtinformationen auf der finalen Bestellseite und dem „Button“ keine trennenden Gestaltungselemente befinden. Ziel ist, dass der „Button“ ähnlich einer Unterschrift unter einem Vertragstext direkt unterhalb der neuen Pflichtinformationen platziert wird.

Die ist bei der derzeitigen Gestaltung der finalen Bestellseite bei DaWanda u.E. nicht der Fall.
So finden sich zwischen den neuen Pflichtinformationen und dem „Button“ zum einen das Auswahlfeld für die gewünschte Zahlungsmethode, zum anderen das Nachrichtenfeld für Mitteilungen an den Verkäufer zu der Bestellung. Diese Elemente betreffen beide Punkte, die nicht Bestandteil der neuen Pflichtinformationen sind und daher im Rahmen dieser Informationen oder zwischen diesen Informationen und dem „Button“ nichts zu suchen haben.

Diese Gestaltung ist mit Sicherheit so nicht optimal, auf der anderen Seite aber auch nicht als  wirklich kritisch einzustufen. Zudem wurde diesbezüglich seitens DaWanda bereits angekündigt, dass im Laufe dieser Woche Änderungen vorgenommen werden.

Kontakt:

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Alter Messeplatz 2
80339 München

Tel.: +49 (0)89 / 130 1433 - 0
Fax: +49 (0)89 / 130 1433 - 60

E-Mail: info@it-recht-kanzlei.de

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