Leserkommentar zum Artikel

Brauchen wir PayPal? Über Sinn und Unsinn des Online-Bezahlsystems

PayPal ist in aller Munde. Nach einer von Fittkau & Maaß Consulting durchgeführten W3B-Studie aus dem Jahre 2010 bevorzugen 79,3 Prozent der Befragten PayPal als Zahlungsmittel. Dieser Bekanntheitsgrad, aber auch Schwierigkeiten, die Mandanten der IT-Recht Kanzlei in der letzten Zeit mit PayPal hatten (einem unserer Mandanten wurde erst kürzlich sein PayPal-Konto mit 75.000,00 € eingefroren!!!), lädt dazu ein, über Sinn und Unsinn des Zahlungssystems PayPal einmal genauer nachzudenken.

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PayPal - ein Unternehmen nach amerikanischen Grundsätzen

Beitrag von Heinrich Kruse genannt Lüttgen
20.01.2020, 22:46 Uhr

Ich hatte bei PayPal ein Konto. HATTE. Dann habe ich etwas gekauft und über PayPal bezahlt, indem ich bei PayPal in Soll ging und dann per Banküberweisung den Saldo ausgeglichen habe. Die Banküberweisung erfolgte nicht von meinem Konto, sondern vom Konto meiner Ehefrau. Nun stellte sich PayPal hin und wollte, dass ich das von meinem eigenen Bankkonto auf mein eigenes PayPal-Konto überweise. Man weigerte sich, mir den Betrag, den ich bereits überwiesen hatte, gutzuschreiben und meinte, ich würde den VIELLEICHT zurückerhalten, wenn ich denn von meinem Bankkonto gezahlt hätte.

So nicht, PayPal! Ich habe dann etwas völlig anderes gemacht: ich habe sämtliche rückgabefähigen Lastschriften der letzten zwei Monate zurückgehen lassen. Dies entsprach etwa einem Betrag von 2.700 Euro. Daraufhin hat mich PayPal zunächst versucht, zu nötigen. Ich reagierte nicht. Dann kam KSP ins Spiel. Denen erklärte ich, dass ich von genau dem Bankkonto den Saldo bei PayPal ausgleiche, welches ich auswähle und nicht das Bankkonto belaste, welches PayPal genehm ist. Der Anwalt dort versuchte mich dann ebenfalls zu nötigen. Ich sagte ihm, dass er sich das sparen kann. Dann erläuterte ich ihm, dass ich mich abgesichert habe und bei mir für den Fall, dass eine Pfändung erfolgen solle, nichts zu holen wäre. Daraufhin wurde mir ein Vergleichsangebot gemacht: ich müsse 1.200 Euro bezahlen und auf den Rest würde man verzichten, wenn ich und meine Frau mich damit einverstanden erkläre, nie wieder PayPal zu nutzen. Ich sagte zu unter der Bedingung, dass ich das Geld von dem Bankkonto überweisen werde, welches ich für richtig halte und nicht PayPal. KSP sagte das zu. Also überwies ich 1.200 Euro vom Bankkonto meiner Frau und die Sache ist seitdem erledigt, da es zu einem rechtsgültigen Vergleich gekommen war (die Vereinbarung wurde vorher von beiden Seiten unterschrieben). PayPal muss also offensichtlich richtige Probleme haben, wenn man sich so verhält. Und ganz sicher ist PayPal nicht seriös. Denn welches Unternehmen kann es sich leisten, auf mehr als 50 % einer berechtigten Forderung zu verzichten und im Gegenzug dafür die Zusicherung zu erhalten, keinerlei Zahlungsverkehr mehr abzuwickeln? Dieses amerikanische Geschäftsgebaren ist ganz sicher in den USA möglich... hier in Deutschland müssen jedoch deutsche Gesetze eingehalten werden. Dazu ist PayPal aber nur dann bereit, wenn man Druck ausübt. Ansonsten werden deutsche Gesetze ignoriert und man übt sich in restriktiven amerikanischen Verhaltensweisen. Was also soll man mit PayPal? Teuer, unseriös, schlecht. Als Escrow-Service für Verkäufer eh nicht sinnig. Da gibt es besseres... wenn ein Käufer PayPal als Absicherung eingesetzt haben will, dann ist es besser, dass dieser Käufer die Ware online nicht erwerben kann und in das Ladengeschäft geht, dort dann mehr Geld bezahlt und die Ware sofort mit nach Hause nehmen kann. Wer online etwas erwirbt, ohne sein Gegenüber persönlich zu kennen und die Ware VOR Zahlung persönlich in Augenschein nehmen kann, der muss ein Risiko eingehen. Wer dazu nicht bereit ist, sollte es lassen. Verkäufer brauchen nicht PayPal anbieten... wozu? Weder der Käufer noch der Verkäufer haben einen wirklichen Vorteil davon. Abgesehen davon gibt es wesentlich bessere Escrow-Services als PayPal. Ebay wird übrigens ab 2021 PayPal nur noch als einen von vielen Bezahldiensten listen. Warum? Weil die sonst zu viele Kunden verlieren!!! Also wer mit PayPal was machen möchte... selber Schuld!

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