von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 422 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

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Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

PayPal und eBay - stecken alle unter einer Decke

21.06.2019, 16:19 Uhr

Kommentar von Andreas Rex

Nicht zu fassen: eBay stoppt eine meiner Kauftransaktionen, da bzgl. des Verkäufers (geklaute Identität) ein Betrugsverdacht vorliegt. Damit kann ich also nicht an die Ware kommen. Da die Transaktion...

3D-Filamentbetrüger auf eBay

31.05.2019, 01:10 Uhr

Kommentar von Geschädigter eBayKäufer

Es ist unfassbar, wie eBay und seine Betrüger arbeitet, da kann man nur noch "VORSICHT KUNDE" sagen: Ein Verkäufer mit Name sunlu3d verkauft mir 3 Rollen Filament unter der Artikelnr.: 303087838996...

Betrüg auf eBay Kleinanzeigen Achtung

22.05.2019, 20:54 Uhr

Kommentar von Lina

+234 818 091 2983 Achtung unter diese Nummer ist ein Betrüger.. Ich habe auf eBay mein altes Handy iPhone reingestellt und wollte es verkaufen.. Er hat sich per WhatsApp bei mir gemeldet.. Es war so...

Frau

15.05.2019, 19:22 Uhr

Kommentar von Doris Jahn

Habe am 23.04.2019 eine hochwertige Markentasche aus Lederverkauft. Bin sogar noch 160€ von meinem geforderten Preis runtergegangen.Die Käuferin meldete sich etliche Tage später und meinte die Tasche...

Frau

15.05.2019, 19:21 Uhr

Kommentar von Doris Jahn

Habe am 23.04.2019 eine hochwertige Markentasche aus Lederverkauft. Bin sogar noch 160€ von meinem geforderten Preis runtergegangen.Die Käuferin meldete sich etliche Tage später und meinte die Tasche...

Ich Reihe mich nun mal ein

04.05.2019, 14:49 Uhr

Kommentar von Marco

Tja, was soll ich schon sagen? Die Enttäuschung über Payp... ist groß. Ich habe etwas über eine große Plattform verkauft, der Kaufer meinte, es sei etwas mit der Ware nicht in Ordnung und schickte...

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