von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 454 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

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Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

Frau

17.06.2020, 00:58 Uhr

Kommentar von paypalverarsche

Artikel über eBay von Top Rated Seller in Japan gekauft, der sich auf diese Art Ware spezialisiert hat und seit 2012 eBay/Paypal Kunde ist, 50 Euro an deutschen Zoll bezahlt (kein fake Artikel !), ...

Paypal hat die Gebühr erstattet! :-)

05.06.2020, 10:10 Uhr

Kommentar von Maren

Update zum letzten Kommentar: Paypal hat die Gebühr erstattet. Das ist doch schön! Also, nur Mut, an alle hier!

Intransparente Gebühren

05.06.2020, 09:33 Uhr

Kommentar von Maren

Mir hat Paypal gestern vorher unsichtbare Gebühren abgeknöpft. Ich habe ein gebrauchtes DVD-Paket über Ebay Kleinanzeigen verkauft. Der Käufer wollte lieber Paypal nutzen als eine Überweisung. Also...

EBay kommt immer fein aus der Sache raus

29.05.2020, 10:26 Uhr

Kommentar von Mango Carmela

 Vor einigen Tagen ersteigerte ich ein MacBook Pro auf eBay und der Verkäufer wollte sich telefonisch mit mir in Verbindung setzen um sicherzugehen, dass auf der anderen Leitung tatsächlich jemand...

Immer probleme mit Rückhaltung des Geldes bei jedem verkauf...

14.05.2020, 11:07 Uhr

Kommentar von Sebastian Berger

Ich bin seit ein paar Monaten bei eBay, verkaufe über PayPal, immer halten die meine Zahlung zurück obwohl, ich immer alles abschicke und mich normal verhalte. habe mich bei PayPal so oft beschwert...

Paypal verbucht Einzahlung nicht und reagiert nicht!

08.05.2020, 12:12 Uhr

Kommentar von Walter Spindler

Ich warte seit Tagen auf die Gutschrift meiner Einzahlung auf mein Paypal-Konto! Diese erfolgt nicht. Paypal schreibt weder die Zahlung gut noch erhalte ich seit 5 Tagen eine Antwort auf Emails, Chat...

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