von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 465 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

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Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

Paypal Käuferschutz auf eine erhalten Spende

27.11.2020, 12:34 Uhr

Kommentar von Reiner Marx

Ich hatte mit Paypal das Erlebnis der ganz besonderen Art. Jemand hat eine Spende geleistet für einen verstorbenen Arbeitskollegen, für den ich gesammelt habe. Irgendwann kommt Paypal stuft die...

Herr

23.11.2020, 20:26 Uhr

Kommentar von Ayhan Cetinkaya

Hallo, ich bin auch Paypal Geschädigter. Seit dem 03. Oktober wird mein Geld zu Unrecht seitens Paypal einbehalten. Der Grund sei, ich hätte in meinem Verwendungszweck „Idlib“ geschrieben als Spende...

Ebay+Paypal bieten KEINEN Verkäuferschutz!

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Ich habe per Ebay eine Hochdruckpumpe verkauft. Artikel kommt am Samstag beim Käufer an. Am Sonntag behauptet ver Käufer, er habe es bei Mercedes einbauen lassen (Bei Mercedes hat er also So...

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PayPal tztzt Ich habe einen gebrauchten Lenker bei eBay Kleinanzeigen reingestellt Habe sämtliche Kratzer beschrieben Ein Käufer meldete sich und er wollte den Lenker neu beschichten lassen Darauf...

Juju

01.10.2020, 00:52 Uhr

Kommentar von Juju

 Ich finde es sollte ein Forum geben, wo sich alle, dir von Paypal betrogen wurden und deren Gelder eingefroren werden, zusammentun und dagegen gemeinsam vorgehen. Es muss doch irgendwie gehen. Sonst...

Ebay entscheidet im Fall Käuferschutz zu Gunsten des Verkäufers, paypal tut das Gegenteil ohne den Fall zu prüfen

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