von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 433 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

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Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

ebay betrügt seine Verkäufer

15.10.2019, 12:55 Uhr

Kommentar von Alessandro Cagliostro

Kunden können sich alles erlauben ebay steht immer auf Seite des Käufers, obwohl der Verkäufer die Gebühren bezahlt. Verkäuferschutz gibt es nicht bei ebay und PayPal, sie verdrehen Ihre Grundsätze,...

Apple Watch nach England über EBay Kleinanzeigen

08.10.2019, 11:18 Uhr

Kommentar von Lucas Wolff

Hallo, ich verkaufe momentan meine Apple Watch. Ein Herr hat sich gemeldet, die Uhr soll nun nach England gehen. Die Zahlung ist nun auch schon über Paypal eingegangen. Ist der Paypal Verkäuferschutz...

Frau

04.10.2019, 17:34 Uhr

Kommentar von Yvonne Bley

Hallo Lina es tut mir leid das dir so etwas passiert ist . Leider haben wir deinen Artikel jetzt erst gelesen und sind auch auf so einen Betrüger reingefallen . Wollte mal wissen ob du das Geld noch...

Herr

10.09.2019, 10:27 Uhr

Kommentar von H. Gantze

Das betrifft auch Verkäufe, die über PayPal USA abgewickelt werden. Ein Käufer in den Emiraten kaufte einen seltenen Notgeldschein und bezahlte über PayPal. Dann reklamierte er, schickte ein Bild von...

Herr

28.08.2019, 18:42 Uhr

Kommentar von Wolfgang Proll

Paypal ist einfach nur lausig. Angeblicher "unautorosierter" Zugriff auf mein Konto, den es nicht agb un dnicht gibt. Dannn das lsutige Quiz mit neuem PAssowrt anfordern, 2 neckische Fragen...

Anderes Gerät gleichen Typs beschädigt zurück

13.08.2019, 07:45 Uhr

Kommentar von Pauli

Über PP Käuferschutz können Betrüger ihre defekten Geräte - bis jetzt risikolos- gegen einwandfreie des Verkäufers eintauschen. Mir ist das mit Elektronik passiert. Ich habe alle notwendigen Beweise...

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