von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 372 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

Gebühren...

14.02.2018, 21:44 Uhr

Kommentar von Leser

Interessant wäre es doch vor allem für Händler, wenn dieser unsäglich EU Haufen die Zahlartengebühren denen aufbürdert, die sie auch verursachen ... nämlich den Kunden anstatt den Händlern. Demnächst...

Adressbetrug

14.02.2018, 11:52 Uhr

Kommentar von Firma Reifendachs

Auch wir hatten kürzlich in unserm Shop Betrüger aufgespürt. Die Masche ist immer die Gleiche. Es werden hochwertige Reifen bestellt mit abweichender Lieferanschrift und falscher...

Hilfe

07.02.2018, 19:06 Uhr

Kommentar von Puppe

Ich weiß nicht, was da abgeht! Habe am Ende des Monats Januar 2018 ein ebike über PayPal gekauft. Zuerst bekomme ich von der Bank Zahlung wurde nicht ausgeführt, Rückgabe 26.1., dann steht aber auf...

Dr.

05.02.2018, 18:27 Uhr

Kommentar von Erk

Hier der Text eines "Interresenten" meiner Anzeige bei EBay Kleinanzeigen: Hallo, wir werden Ihren handy kaufen und wir werden auch für den versicherten Versand zu uns nach London im voraus zahlen....

V-ce Hrabia

03.02.2018, 15:10 Uhr

Kommentar von Walgodeska

Die LIGHT IN THE BOX LIMITED haben mich auch aufs KREUZ GELEGT-ich habe welche 9 Sachen bei denen gekaut für 225€ und die wollte ich schnell bekommen da habe ich Express sendung 60€ bezahlt. Die...

IMMER UND IMMER UND IMMER WIEDER ABZOCKE VON EBAY UND PAYPAL

28.01.2018, 16:16 Uhr

Kommentar von John Do

Wer seinen Kram privat in Ausland verkauft weiß ganz genau, dass sein Geld via PayPal JEDER ZEIT weg sein kann. Fall eröffnet vom Käufer und am Ende kommt ein Backstein zurück. Die Versandkosten muss...

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