von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 389 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

Paypal Käuferschutz = 0

31.08.2018, 08:38 Uhr

Kommentar von Jürgen Reichl

Wir haben eine Fewo am Gardasee reserviert und 295€ (über paypal) angezahlt. Nach der Anzahlung bekamen wir die Nachricht der "Gesellschaft", dass wir den Schlüssel der Unterkunft an einem völlig...

Verkäuferschutz???

25.08.2018, 20:12 Uhr

Kommentar von Dirk

Ich habe eine Uhr per Paypal verkauft, die den Fotos und einer eidestattlichen Versicherung nach zweifelsfrei mangelfrei ist. Der Käufer machte Käuferschutz geltend, weil die Ware erheblich von der...

Verkauf ins Ausland

08.08.2018, 13:44 Uhr

Kommentar von Helga Jäger

Vorsicht bei Verkauf über ebay ins Ausland, wenn der Artikel 500 Euro (DHL max. Versicherung) übersteigt. Wenn das Paket nicht ankommt, ist im Normalfall der Verkäufer aus dem Schneider wenn er eine...

Paypal ins Ausland nie wieder

04.08.2018, 11:13 Uhr

Kommentar von Hans Meier

Verkaufte Ware nach Italien. Verkäufer war schon bei Fragen komisch. Ware verschickt. Nach 1 Woche reklamierte er bei Paypal. Schickte Sendungsnummer. Kein Versand. Immer wieder mit PayPal...

Herr

24.07.2018, 14:29 Uhr

Kommentar von Uwe K.

Ergänzung zum Kommentar von gestern. Heute ist eine Mail von PayPal@infoscore.de eingetroffen. Meine Beschwerde an PP Luxemburg wurde wohl gar nicht weitergeleitet. Die Firma infoscore...

Herr

23.07.2018, 13:01 Uhr

Kommentar von Uwe K.

Ich kann nur alle ehrliche Verkäufer warnen diese Firma zu nutzen. Bin durch einen Betrüger aus dem Ausland richtig auf die Nase gefallen. Habe schriftlich bei PP in Luxemburg eine Beschwerde...

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