von Fabian Karg

Aufgepasst: Beim Verkauf von nickelhaltigem Schmuck

News vom 05.01.2012, 12:56 Uhr | 6 Kommentare 

Nickel ist in vielen Schmuckgegenständen wie Ringen, Ketten oder Piercings enthalten und dient vor allem der Härtung und Korrosionshemmung. Leider reagieren viele Menschen jedoch allergisch auf Nickel, weshalb für nickelhaltige Bedarfsgegenstände ein (durch die EU initiiertes) Verkaufsverbot besteht.

Was unter einem Bedarfsgegenstand zu verstehen ist, wird grundsätzlich durch § 2 Abs. 6 Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) festgelegt. Konkretisiert wird diese Definition durch die Bedarfsgegenständeverordnung (BedGgstV). Nach § 6 Nr. 4 BedGgstV dürfen bestimmte Bedarfsgegenstände gewerbsmäßig nicht in den Verkehr gebracht werden, wenn sie gewisse Stoff-Höchstmengen freisetzen.

Für nickelhaltige Gegenstände wird dies in Anlage 5a zum BedGgstV  näher bestimmt. Danach sind folgende Grenzwerte zwingend zu beachten:

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1. Nickelhaltige Bedarfsgegenstände, die unmittelbar und länger mit der Haut in Berührung kommen

Beispiele: Ringe, Ketten, etc. mit einem Nickelanteil

Es dürfen maximal 0,5 my Nickel pro cm² je Woche freigesetzt werden. Maßgeblich sind dabei diejenigen Teile des jeweiligen Gegenstandes, die unmittelbar und länger mit der Haut in Berührung kommen.

2. Bedarfsgegenstände wie unter Nr. 1, jedoch mit einer nickelfreien Beschichtung

Beispiele: Ringen, Ketten, etc. mit Nickelanteil, aber äußerlich beschichtet (beispielsweise mit einem Lack)

Wie unter Nr. 1, aber Einhaltung der Höchstmenge für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren bei normaler Verwendung.

3. Stäbe jedweder Form, die in durchstochene Ohren oder andere durchstochene Körperpartien eingeführt werden

Beispiele: Piercings

Es dürfen nur weniger als 0,2 myg Nickel pro cm² je Woche freigesetzt werden. Maßgeblich sind dabei die  Gegenstände jedweder Form, die in durchstochene Ohren oder andere durchstochene Körperpartien eingeführt werden.

Vertriebsverbot!

Werden die unter 1. bis 3. genannten Grenzwerte überschritten, darf der jeweilige Gegenstand nicht in Verkehr gebracht werden.

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Bildquelle:
© lumen-digital - Fotolia.com
Autor:
Fabian Karg
(jur. Mitarbeiter der IT-Recht Kanzlei)

Besucherkommentare

Grundsätzlich Verkauf verboten?

20.04.2016, 16:22 Uhr

Kommentar von Anne

Hallo, mich würde diesbezüglich interessieren ob der Verkauf von (eventuell) nickelbelastetem Schmuck nun generell verboten ist? Damit meine ich, dass es ja auch durchaus Leute gibt, die eben nicht...

nickelallergie

09.12.2012, 10:06 Uhr

Kommentar von uta lauterbach

Solange ich denken kann, habe ich ne nickelallergie. Da ich aber schmuck liebe und diverse armbänder, ohrringe( auch tunnels) und ketten trage, kann ich sagen das ich silber, edelstahl und titan...

Schlüsselanhänger

16.10.2012, 17:53 Uhr

Kommentar von Markus

Hallo! Was ist mit Nickel in Schlüsselanhängern. Sind Schlüsselanhänger mit Nickel verboten? Es gibt massenweise Schlüsselringe vernickelt zu kaufen. Würde mich über eine Antwort seh...

Bonus vir semper tiro

05.01.2012, 20:26 Uhr

Kommentar von IT-Recht Kanzlei

Wirklich peinlich, danke Ihnen für den Hinweis. :(

Schmuck nicht generell nickelfrei?

05.01.2012, 20:18 Uhr

Kommentar von Silke Winter

Hallo, ich war bisher immer der Meinung (wurde mir mal so gesagt), daß man in Deutschland keinen Schmuck bzw. Material für Schmuck verkaufen darf, der nickelhaltig ist. Alles muß für Allergiker...

delirant isti iurista

05.01.2012, 19:54 Uhr

Kommentar von Ferdinand Kleinheisterkamp

Wie peinlich, das Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes (LMBG) wurde schon vor Jahren aufgehoben und durch das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch...

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