von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 351 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

palpal als Händler - nie wieder!

19.04.2017, 19:21 Uhr

Kommentar von C. Pfützner

Wir haben neben unserer Kundschaft vor Ort einen kleinen online-Shop und bieten bisher paypal als Bezahlmöglichkeit an. Jetzt wurde das Konto eingeschränkt mit der Begründung, dass in diesem Jahr...

Ebay Handy Huawei v9

13.04.2017, 09:03 Uhr

Kommentar von Reiner

Hallo, habe ein neues Handy Huawei V9 bei Ebay angeboten. Ein Amerikaner hat das Handy gekauft und innerhalb 4 Tagen das Handy zugestellt bekommen. 1 Woche später fragt er nach einer Rückgabe mit der...

Herr

21.03.2017, 20:00 Uhr

Kommentar von Siegmar Ziesche

Habe bei Ebay einen Router ersteigert. War defekt. Wollte sich 24 Stunden aktualisieren! Zurückgeschickt. Ebay angefragt, ob damit alles richtig gemacht? Die haben Fall aufgemacht. War in...

eBay Käuferschutzr

20.03.2017, 14:19 Uhr

Kommentar von Hans Nielsen

Sehr geehrte Damen und Herren, vielleicht noch einmal zum Nachdenken: Darf ich Sie daran erinnern, daß Sie (eBay) die Transaktion verhindert haben indem Sie den chinesischen Anbieter kurzerhand...

Kein Verkäuferschutz bei paypal

07.03.2017, 14:17 Uhr

Kommentar von Patrick Daum

Heute erlebt: Ich habe einen 3D-Drucker in neuwertigem Zustand über ebay-kleinanzeigen verkauft, der Käufer schreibt nach Erhalt des Pakets, der Drucker sei verkratzt und eben nicht neuwertig wie...

Mr

23.02.2017, 06:41 Uhr

Kommentar von Scheren Pascal

Paypal Abzoke.Ich habe einen Artikel nach Israel über e-bay verkauft im Wert von 440 Euro.Der Kunde meldet einen Fall bei e- bay der Artikel sei noch nicht angekommen.Nach meiner Nachfrage beim...

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