von Verena Eckert

Kampf gegen die schleichende „Zwangspaypalisierung“ – eBay-Händler schaltet Bundeskartellamt und EU-Kommission ein

News vom 13.06.2008, 14:25 Uhr | 358 Kommentare 

Die Geschichte des (noch) einsamen Kampfes eines eBay-Händlers gegen den immer weiter zunehmenden Zwang, Paypay als Zahlungsweise bei eBay zu akzeptieren.

Unerklärliche Sperrungen der Konten, fadenscheinige Erklärung, Ignorieren von Gegenbeweisen – diese Vorwürfe gegenüber der eBay-Tochter Paypal hören wir fast täglich. Immer mehr eBay-Händler sind unzufrieden mit dem Verhalten ihres zahlenden „Freundes“ mit dessen Hang zu Kontensperrungen.

Paypal dagegen macht es sich in Luxemburg bequem, verweist unzufriedene Händler auf eine Schiedsstelle in England und weiß ganz genau, dass es niemand auf sich nimmt, in Luxemburg nach englischem Recht gegen Paypal zu klagen. Viel schneller und billiger kommt man schließlich an sein Geld, wenn man brav die 180 Tage abwartet. Was in dieser Zeit mit dem Geld der Händler passiert? Darüber kann man nur spekulieren.

Die logische Konsequenz wäre es also, gar nicht erst einen Vertrag mit Paypal zu schließen oder einen bestehenden Vertrag zu kündigen. Doch das ist nicht so einfach. Denn der Handel in viele Länder funktioniert bei eBay nur über Paypal. Und auch auf dem deutschen Markt muss Paypal bei einigen Produkten zwingend als Zahlungsmittel angegeben werden.

So oder so – der ebay-Händler ist der Dumme. Oder vielleicht doch nicht?

Einem Händler wurde es nun zu blöd. Da er sich weigert, einen Vertrag mit Paypal zu schließen und er deshalb bei eBay nur eingeschränkt handeln kann, schrieb er sich seinen Ärger in Briefen an das Bundeskartellamt und die Europäische Kommission von der Seele. Und siehe da: Die Europäische Kommission sieht seinen Brief als „Marktinformation, von der wir zur gegebenen Zeit Gebrauch machen werden“, das Bundeskartellamt schrieb „Wir gehen diesen Vorwürfen nach und werden Sie zu gegebener Zeit über den Fortgang des Verfahrens unterrichten.“

Nun hofft dieser eBay-Händler, dass auch die vielen anderen Betroffenen ihrem Ärger Luft machen und die staatlichen Stellen, die tatsächlich hier zugunsten der Händler eingreifen könnten, auch über ihre Fälle informieren. Damit die schleichende „Zwangspaypalisierung“ gestoppt werden kann.

Bildquelle:
M.S.P. / PIXELIO
Autor:
Verena Eckert
Rechtsanwältin

Besucherkommentare

Ht-ht@web.de

31.10.2017, 09:14 Uhr

Kommentar von HT

Ich habe Anfang August eine teure Porzellan-Figur verkauft. Der Käufer teilte mir per Ebay mit, dass ich die Ware an die, bei Ebay hinterlegte, Anschrift senden soll. Dies habe ich dann auch getan....

Paypal Betrug!

05.10.2017, 18:34 Uhr

Kommentar von Faye Burneo

Ich habe Anfang August ein Uhrenarmband der Marke Cartier an einen Käufer in Ungarn gesendet. Das Armband - neu ohne jegliche Gebrauchsspuren - wurde 6 Wochen später vom Käufer als "Defekt" bei...

Auch betrogen

23.09.2017, 01:11 Uhr

Kommentar von Ute

Auch mich würde interessieren, ob jemals jemand Erfolg hatte. Ich wurde von PayPal nicht mal informiert, daß das Geld zurückgeholt wurde und um Nachweis gebeten. Sogar der Polizist, bei dem ich heute...

Wie ging es weiter? 2008 ist lang her und PP verfährt weiter mit der selben Masche

20.09.2017, 14:17 Uhr

Kommentar von Jill

Ich fühle mich gerade mehr als Hilflos. Ich lese hier das schon seit langer, langer Zeit bei PayPal diese Betrugsmasche gefahren wird und noch immer ist nichts geschehen. Bis vor 2 Wochen wusste ich...

Defekte Ware Erhalten kein Geld

11.09.2017, 15:24 Uhr

Kommentar von Böllsterling

Ich habe bei einem Händler einen USB Ventilator bestellt, bezahlt per PayPal wegen Käuferschutz. Der Händler Sietzt in Deutschland, das Paket kam auch vom Deutschen Standort. Der Artikel war aber...

Kein Verkäuferschutz bei paypal

20.07.2017, 10:51 Uhr

Kommentar von Oleksandra Schmidt

Wir haben 2 Gegenstä#nde in die USA verkauft, einer von beiden wurde angeblich beschädigt, und der Nachbar soll das total deformierte Paket angenommen haben, der Käufer eröffnete einen Fall und...

© 2005-2017 ·IT-Recht Kanzlei Keller-Stoltenhoff, Keller