von RA Nicolai Amereller

Google startet neuen Shopping-Marktplatz nun auch in Europa – Konkurrenz für Amazon und eBay?

News vom 07.01.2019, 09:17 Uhr | Keine Kommentare

Bereits für Anfang dieses Jahres hat Google angekündigt, mit seinem bisher nur aus den USA bekannten Marktplatz Google Shopping Actions auch in Europa zu starten. Sollte der neue Marktplatz auch nach Deutschland kommen, dürfte darin für Onlinehändler großes Potential stecken.

Bisher in Europa nur Preisvergleich durch Google

Während Google in den USA bereits seit kurzer Zeit seinen neuen Marktplatz Google Shopping Actions gestartet hat, beschränken sich Googles eigene E-Commerce-Aktivitäten in Europa derzeit noch auf das Anbietens eines Preisvergleichservices („Google Shopping“).

Eigener Marktplatz von Google kommt nach Europa

Ähnlich wie bereits die Preisvergleichsplattform Idealo es mit „Idealo Direktkauf“ vorgemacht hat, will Google hier nun einen Schritt weiter gehen:

Interessenten sollen – wollen sie das gefundene Produkt kaufen – nicht mehr auf die Shopseite des Verkäufers gehen müssen, sondern Kauf und Bezahlung künftig direkt bei Google abschließen können.

Dazu schafft Google seinen eigenen Marktplatz namens Google Shopping Actions.

Vertragspartner des Kunden wird weiterhin der jeweilige Verkäufer sein, nicht Google. Auch will Google nicht (wie etwa Amazon) die Logistik übernehmen. Der Versand erfolgt damit ebenfalls direkt durch den jeweiligen Verkäufer.

Google wird vielmehr nur die Anbahnung und den Abschluss des Kaufs abwickeln und eine Bezahlfunktion anbieten. Dafür bezahlt der Verkäufer eine Provision und Zahlungsgebühren an Google.

Hierfür wird Google im Rahmen der bekannten Preisvergleichs eine Checkoutfunktion integrieren, in deren Rahmen der Interessent das gewünschte Produkt bzw. auch mehrere Produkte unterschiedlicher Verkäufer in einen Warenkorb einlegen und dann noch auf Googles Seite die Bestellung und Zahlung vornehmen kann.

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Google Shopping Actions startet zunächst in Frankreich

Anfang 2019 wird der neue Marktplatz zunächst in Frankreich starten. Dort wurde bereits eine Beta-Phase mit ausgewählten Verkäufern gestartet.

Sollte der Start erfolgreich verlaufen, spricht Einiges dafür, dass Google den Marktplatz auch in Deutschland ausrollen wird. Dies dürfte dann eine spannende Sache für deutsche Onlinehändler werden.

Enorme Reichweite – sehr gute Startbedingungen

Eines dürfte wohl auf nahezu jeden Verbraucher zutreffen: Interessiert er sich für ein bestimmtes Produkt, sucht er zumeist zuerst via Google nach Details, Erfahrungen und passenden Angeboten zum Produkt. Damit erscheint es nur logisch, wenn Google nicht nur diese Informationen liefert, sondern dem Interessenten gleich passende Angebote auf einem eigenen Marktplatz vermittelt.

Zudem hat es Google in der Hand, via Suche gefundene Angebote solcher Artikel auf konkurrierenden Marktplätzen wie Amazon oder eBay vom Ranking her so einzustufen, dass diese weniger prominent erscheinen.

Vermutlich wird Google früher oder später dann auch eine direkte Verknüpfung bei der Anzeige über die originäre Google-Suche gefundenen Produkten zu entsprechenden Angeboten auf Google Shopping Actions schaffen.

Dritter Player neben Amazon und eBay?

Es ist ohnehin verwunderlich, dass Google im Bereich der Ecommerce-Marktplätze in Europa bisher noch nicht mitspielt.

Während eBay in die Jahre gekommen zu sein und gegenüber Amazon in Sachen Beliebtheit beim Käufer Jahr für Jahr weiter zurückzufallen scheint, ächzen die Marketplace-Händler unter Amazons hohen Provisionen und der für die Händler oftmals „unangenehmen“ extremen Käuferfreundlichkeit Amazons.

Ideale Voraussetzungen für Google, hier dazwischen zu grätschen.

Bewegen sich die Provisionen in einem vernünftigen Rahmen, dürfte Google Shopping Actions für den Onlinehändler ein sehr interessanter Verkaufskanal werden.

Hoffnung auch für kleinere Shopbetreiber

Die „großen“ Plattformen wie Amazon und eBay taugen in erster Linie für gängige Massenware.

Gerade Anbieter individueller, selbstgemachter Produkte haben es dort anscheinend recht schwer, da deren Produkte leicht in der Masse untergehen.

Nach dem Aus von DaWanda als führender deutscher Do-it-yourself Plattform im August 2018 befinden sich nach wie vor viele Ex-DaWanda-VerkäuferInnen auf der Suche nach einer alternativen und für ihre DIY-Produkte geeigneten Plattform. Neu erschaffene, eigene Onlineshops leiden nach Berichten vieler Ex-DaWanda-VerkäuferInnen oft an mangelnder Bekanntheit und daher zu wenigen Interessenten.

Sofern Google ermöglichen wird, auch solche DIY-Produkte im Rahmen des neuen Marktplatzes zu listen, könnte darin eine Möglichkeit zu sehen sein, die Verkaufszahlen nach dem Aus von DaWanda wieder anzukurbeln.

Vom Start an dabei sein – mit abmahnsicheren Rechtstexten der IT-Recht Kanzlei

Ganz ähnlich wie beim Direktkauf von Idealo dürfte auch bei Googles neuem Marktplatz das Erfordernis bestehen, bereits im Rahmen der Marktplatzangebote die notwendigen Rechtstexte (Impressum, AGB mit Kundeninformationen, Datenschutzerklärung, Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular) vorzuhalten.

Die IT-Recht Kanzlei behält die Entwicklung für Sie im Auge und wird – startet Googles neuer Marktplatz auch in Deutschland - professionelle und abmahnsichere Rechtstexte für den Verkauf via Google Shopping Actions entwickeln.

Denn: Die rosigen Verkaufsaussichten auf dem neuen Marktplatz nutzen dem Händler nichts, wenn er dort nicht rechtssicher auftritt.

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Autor:
Nicolai Amereller
Rechtsanwalt

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