von RA Max-Lion Keller, LL.M. (IT-Recht)

"userball soll die Power von Referral-Marketing in Deutschland entfachen"

News vom 17.10.2016, 17:15 Uhr | Keine Kommentare

CleverReach-Mitgründer Jens Klüsener im Interview mit der IT-Recht Kanzlei zu seinem neuen Startup userball.

IT-Recht Kanzlei: Was ist userball?

Jens Klüsener: userball ist eine webbasierte Empfehlungsmarketing-Software, mit der man Reichweiten durch Empfehlungen von glücklichen Kunden erhöhen, neue Kunden gewinnen und seine Umsätze steigern kann.

Das Grundprinzip besteht darin, bestehende Kunden durch einen kleinen Anreiz, etwa einen Rabatt, zu animieren, ein Produkt oder eine Marke weiteren potentiellen Kunden über Social Media Kanäle wie Facebook, Twitter oder Xing zu empfehlen. So erweitert sich der Kundenkreis ständig und organisch.

Bekannte Unternehmen wie Airbnb, Dropbox oder Paypal haben diese Mechaniken schon früh für sich genutzt. Ihr Wachstum und ihre heutige Verbreitung haben sie dem Einsatz von Kundenempfehlungen aus dem Referral-Marketing zu verdanken. Mit unserer Lösung, kann das jetzt jedes Unternehmen sofort starten.

Übersetzt in die reale Welt kann man sich das so vorstellen: Wenn ich ein Glas Honig beim Imker kaufe und es meinem Nachbarn empfehle, bekomme ich nichts. Der Imker weiss nicht, dass ich der Empfehlungsgeber war. Hätte ich aber eine userball Empfehlung an meinen Nachbarn geschickt, wüsste der Imker von mir und könnte mich auch belohnen für die Empfehlung. Alle gewinnen.

IT-Recht Kanzlei: Das klingt ähnlich wie die umstrittene Freunde einladen-Funktion die schon oft zu Abmahnungen geführt hat. Ist es ähnlich?

Jens Klüsener: Nein, es ist explizit etwas anderes als die Freunde einladen-Funktion. Wir wußten, dass es immer wieder Abmahnungen wegen Mitstörerhaftung gab. Der klassische E-Mail-Empfehlungsprozess, der ein hohes Abmahnrisiko mit sich bringt, wird von uns nicht unterstützt. Hierbei war es früher möglich, Daten Dritter über ein Webformular einzutragen und den Versand einer E-Mail zu erzeugen. Diese Art „Empfehlung“ war von vielen Empfängern unerwünscht und führte schließlich zu vielen Abmahnungen. So haben wir uns schon sehr früh auf Social-Media-Empfehlungen spezialisiert.

Mit zwei Klicks kann sich jedermann als Empfehler anmelden und seinen Empfehlungslink über soziale Netzwerke teilen. So werden viel mehr Menschen erreicht, als bei einer einzelnen Empfehlungsmail. Trotzdem kann natürlich jeder Empfehler seinen Empfehlungslink über sein eigenes Mailprogramm an seine Freunde schicken.

IT-Recht Kanzlei: Was ist der Unterschied zu Affiliate-Programmen?

Jens Klüsener: Beim Affiliate-Marketing werden Personen oder Unternehmen durch Provisionen bzw. Geldauszahlungen motiviert, Empfehlungen z. B. in Form von Verlinkungen auf Webseiten oder in Newslettern zu promoten.

Beim Empfehlungsmarketing erfolgt eine persönliche Empfehlung aus Überzeugung von einem zufriedenen Kunden. Es ist günstiger, da keine Geldauszahlung nötig ist, sondern etwa Gutscheine als Prämie vergeben werden können. Dies motiviert auch den Empfehler zu einem wiederholten Einkauf.

Zudem müssen Kunden, die eine Empfehlung aussprechen wollen, nicht zu einem großen Affiliate-Netzwerk geschickt werden, wo sie sich zwischen tausenden Programmen erstmal zurecht finden müssen. Der Empfehlungsmarketing-Prozess findet mit userball direkt auf der eigenen Webseite statt. Für Unternehmen und deren Kunden ist dies ein viel einfacheres Erlebnis.

IT-Recht Kanzlei: Wie komplex ist es, wenn man damit jetzt starten möchte?

Jens Klüsener: Wir haben uns bemüht, es wirklich einfach zu machen. Jeder kann binnen weniger Minuten starten und es funktioniert auf allen Geräten.

Über unsere webbasierte Benutzeroberfläche legen die Anwender fest, wann und wie oft die Kunden Prämien für Empfehlungen erhalten sollen. Sie können Ihre Kunden fürs Teilen von Informationen oder für Conversions (z. B. Anmeldungen oder Verkäufe) belohnen. Zudem legen Sie als Anwender fest, unter welchen Bedingungen eine Prämie fällig wird. Soll eine Prämie z. B. nach jedem 5. Verkauf, nach der 7. Newsletter-Anmeldung oder ab einem erbrachten Umsatz von 100,- € vergeben werden?

Der gesamte Empfehlungs-Prozess findet über unser userball-Widget statt. Das ist ein Code, der vom System automatisch erstellt wird und dann ohne Programmierkenntnisse
per kopieren und einfügen auf der eigenen Webseite integriert werden kann. Wir messen dann die Verkäufe mit.

Mit wenigen Klicks können die eigenen Kunden, Mitarbeiter und Partner das Angebot über verschiedene Kanäle wie z. B. Facebook oder Twitter teilen. Für erfolgreiche Transaktionen erhält der Empfehler automatisch eine von Ihnen festgelegte Prämie, z.B. einen Gutscheincode.

IT-Recht Kanzlei: Wie war der Prozess von der Idee zur fertigen Plattform? Was waren die spannendsten Erkenntnisse daraus?

Jens Klüsener: Das Thema Empfehlungen und Affiliate-Marketing begleitet mich schon mein ganzes Leben. Auch als Mitgründer der etablierten SaaS-Lösung für E-Mail Marketing, CleverReach, habe ich immer wieder gemerkt, wie mächtig dieser Kanal ist.

Wir Userballer kennen uns schon seit knapp zehn Jahren. Als wir bei einem Essen über diverse Konzepte diskutiert hatten, kam das Thema Empfehlungsmarketing auf. Uns war ja bekannt, was es bewirkt und wie bekannte Unternehmen schon früh auf die Power von Referral-Marketing gesetzt haben.

Als wir recherchierten fanden wir im deutschsprachigen Raum keine Software-Lösung, die rechtssicher war und unseren Vorstellungen entsprach. Ein Unternehmen aus Hamburg hatte versucht eine Software zu entwickeln. Sie haben sich dann gegen einen Markteintritt entschieden und so war der Weg für userball frei.

In den USA haben sich schon diverse Anbieter etabliert. Für deutsche Unternehmen sind diese allerdings nicht rechtssicher und auch aus datenschutzrechtlicher Sicht nicht zu gebrauchen. Und so entstand die Idee zu userball und wir fingen an zu konzipieren und zu entwickeln.

IT-Recht Kanzlei: Was macht userball als Unternehmen besonders?

Jens Klüsener: Wir kennen uns wie gesagt schon wirklich lange. Und da kommt es auch mal zu Reibereien und Meinungsverschiedenheiten. Aber egal, welches Thema auf den Tisch kommt, am nächsten Tag sind wir darüber hinweg und es wird auch nicht mehr diskutiert. Das trägt sicher mit zum produktiven Umfeld bei userball bei und so können innovative Ideen bei uns auch schnell wachsen.

IT-Recht Kanzlei: Immer öfter hören wir vom perfekten Lieblings-User, auf den sich junge Startups fokussieren. Wer ist das für userball?

Jens Klüsener: Wir arbeiten im Moment mit Online-Shops, Hotels und Reise-Portalen. In den nächsten Monaten freuen wir uns auf Finanzdienstleister, Telekommunikationsunternehmen und viele mehr.

Empfehlungsmarketing sollte jedes Unternehmen nutzen, dass Produkte und Dienstleistungen online vermarkten möchte. Besonders junge Startups sollten es daher ganz oben auf Ihrer Todo-Liste setzen.

IT-Recht Kanzlei: Was für eine Gründerpersönlichkeit braucht es, um so ein Startup wie userball zu gründen?

Jens Klüsener: Nun, gründen kann so ein Startup natürlich jeder. Man muss aber nicht nur zu 100% an die Idee glauben, sondern man muss dafür auch mal durch die Wand rennen können und Durchhaltevermögen mitbringen. Und wenn danach noch eine Wand kommt, dann rennst du auch durch diese. Ich habe schon 2001 angefangen, mich intensiv mit Affiliate Marketing zu beschäftigen und hatte seitdem immer wieder mit Affiliate- und Empfehlungsmarketing zu tun. Seit 2007 bin ich Mitgründer der E-Mail Marketing Software CleverReach, die heute eine der erfolgreichsten Software-as-a-Service Anbieter für E-Mail Marketing aus Deutschland ist. Empfehlungen sind auch hier wie bei vielen SaaS-Lösungen ein wichtiger Kanal.

Tipp: Über diesen Beitrag können Sie gerne in der Unternehmergruppe der IT-Recht Kanzlei auf Facebook diskutieren.


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