von RA Felix Barth und Anna Bosch

So geht's: Fotos von Dreamstime, Fotolia, Pixelio & Co. rechtskonform nutzen

News vom 15.11.2018, 08:42 Uhr | 1 Kommentar 

Stockbilder und Social Media: Dream-Team oder No-Go? Hinweis: Interessante weiterführende Informationen zum Thema hat die IT-Recht Kanzlei in ihrem Beitrag "Stockbilder und Social Media: Dream-Team oder No-Go?" veröffentlicht.

Pixelio, Fotolia, Projectphotos, Dreamstime, pixabay & Co. bieten professionelle Fotos zum kleinen Preis oder sogar kostenlos zur Verwendung auf der eigenen Internetseite an. Allerdings darf ein heruntergeladenes Bild nicht für alle Zwecke verwendet werden und auch die Nennung des Urhebers ist meist Pflicht. Bei Verstößen drohen kostspielige Abmahnungen. Was es zu beachten gilt, um fremde Fotos auf der eigenen Webseite hinsichtlich der Urheber-Angaben rechtskonform nutzen zu können, lesen Sie in diesem Beitrag der IT-Recht Kanzlei.

I. Überblick: Urheberrechte und Fotos

Bei Fotografien handelt es sich um Lichtbildwerke im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 5 Urhebergesetz (UrhG) und somit um geschützte Werke nach dem UrhG. Sofern die Fotografie nicht die sogenannte „Schöpfungshöhe“ erreicht, also keine persönliche geistliche Schöpfung vorliegt, sind Fotografien über § 72 UrhG als „einfache Lichtbilder“ geschützt.

Urheber der jeweiligen Fotografie ist der Fotograf (§ 7 UrhG) , der bei Verletzung seiner Urheberrechte Ansprüche geltend machen kann. Denkbar wären beispielsweise:

Grundsätzlich gilt daher, wenn Sie ein fremdes Foto verwenden möchten: Fragen Sie den Urheber bzw. den jeweiligen Rechteinhaber vorher ausdrücklich um Erlaubnis. Erteilt er diese, sind Sie auf der sicheren Seite.

Zu beachten ist aber auch dann grundsätzlich das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft (§ 13 UrhG) , falls keine anderweitigen Vereinbarungen getroffen wurden oder die unterbliebene Urhebernennung nicht branchenüblich ist. Unter den Nutzungsbedingungen der verschiedenen Bilddatenbanken sind zum Thema Urheberangaben meist dezidierte Vorschriften zu finden, mit denen sich dieser Beitrag befasst.

II. Unterlizenzvertrag mit einer Fotoagentur

Viele Webseitenbetreiber greifen heutzutage auf Fotos aus Bilddatenbanken wie Pixelio, Fotolia, pixabay oder Projectphotos o.ä. zurück. Hier stellt der Fotograf selbst seine Bilder ein. Die Agentur vergibt dann Unterlizenzen an den jeweiligen Nutzer, wodurch dieser berechtigt wird das Foto zu nutzen.

Allerdings sind diese Lizenzen an Bestimmungen – wie etwa die namentliche Nennung des Urhebers nach einem bestimmten Muster – gebunden. Keinesfalls darf ein Foto einfach „blind“ eingesetzt werden. Vielmehr ist es nötig die zugrunde liegenden Lizenzbestimmungen genau zu lesen und zu überprüfen, ob das Bild a) überhaupt für den gewünschten Zweck eingesetzt werden darf und b) ob bzw. wie eine Nennung des Urhebers zu erfolgen hat.

Denn werden diese Lizenzauflagen nicht eingehalten, können dem Fotografen Ansprüche gegen den  Verwender zustehen.

III. Einschränkungen einzelner Agenturen

Wichtig ist im Rahmen der Online-Nutzung von Fotos vor allem die Angabe des Urhebers des jeweiligen Bildes. Dieser hat grundsätzlich Anspruch darauf als Urheber genannt zu werden (§ 13 UrhG) , was insbesondere bei den Fotos aus Bilddatenbanken eine große Rolle spielt. Da die Bedingungen der einzelnen Fotoagenturen aber weit auseinandergehen, haben wir die wichtigsten Passagen übersichtlich aufbereitet:

Bitte beachten Sie vorab folgendes:

  • Das Recht zur redaktionellen Nutzung umfasst nicht automatisch das Recht zur kommerziellen Nutzung
  • In den Lizenzen der Agenturen werden bestimmte Nutzungsarten (beispielsweise Merchandise-Artikel wie gedruckte T-Shirts) in der Regel komplett ausgeschlossen. Falls keine redaktionelle Verwendung der Bilder angestrebt wird, muss besonders genau geprüft werden, ob die beabsichtigte Nutzung mit den Lizenzbestimmungen im Einklang steht.
  • Die Lizenzbestimmungen der nachfolgenden Datenbanken können sich jederzeit wieder ändern; vorliegend wurden nur die Lizenzbestimmungen mit Stand 11/2018 berücksichtigt.
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1. Pixelio

Pixelio bietet zwar zwei verschiedene Lizenzen an - nämlich die „rein redaktionelle Nutzung“ sowie die „redaktionelle und kommerzielle Nutzung“. In beiden Lizenzverträgen wurde aber jeweils unter Punkt IV. die folgende Passage zur Urhebernennung und Quellenangabe niedergelegt:

„Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: ‚© Fotografenname / PIXELIO'
Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.
Bei der isolierten Darstellung des Bildes durch direkten Aufruf der Bild-URL ist eine Urheberbenennung nicht erforderlich.“ [Lizenzvertrag Punkt IV ]

„Der Bildquellenachweis muss sichtbar beim Bild (z.B. darunter) oder am Seitenende angebracht werden. Seitenende bezeichnet dabei das Ende der jeweiligen Seite, auf der das Bild verwendet wird, nicht das Impressum.. Der Link zu pixelio kann entweder immer direkt beim Bildquellennachweis gesetzt werden oder unabhängig vom Bildquellennachweis auch einmalig z.B. aus dem Impressum.“ [Aus den FAQ ]

Konkret bedeutet dies für Pixelio Bilder:

Bei jedem verwendeten Bild muss folgender Hinweis eingeblendet werden: © [Alias oder Name des Fotografen] /pixelio (Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muß zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen)“.

Dieser Hinweis kann wie folgt angebracht werden:

  • direkt unter dem Bild,
  • auf dem Bild (sofern lesbar) oder
  • am Seitenende der jeweiligen Unterseite, auf welcher das Foto eingebunden ist.

Nicht ausreichend ist die Angabe eines ALT-Textes beim Bild, da der Hinweis ständig sichtbar sein muss.

PS.: Nach der durch das OLG Köln (Urteil vom 15.08.2014 (Az. Az 6 U 25/14) verkündeten Entscheidungskorrektur des LG-Köln-Urteils zum Thema Urhebernennung bei Pixelio setzt die Nutzung von Pixelio-Bilddateien keine Urhebernennung nach Aufruf der Speicher-URL auf der Verwender-Website voraus. Weil die Serverspeicherung eine bloße technische Begleiterscheinung darstelle, genüge eine Kennzeichnung des Urhebers an dem Ort, an dem das Bild tatsächlich eingesetzt werde. Eine Nennung im Bild direkt soll dennoch nicht erforderlich sein.

2. Fotolia

Auch Fotolia vergibt unterschiedliche Lizenzen: die „Standardlizenz“ (bezogen u.a. auf redaktionelle Zwecke, aber auch auf Werbung) und die „Erweiterte Lizenz“ (bezogen auf Merchandise). Beide sind mit Einschränkungen bzw. bestimmten Anforderungen z.B. an die Urhebernennung verbunden.

Demnach ist untersagt:

„i. Die redaktionelle Verwendung des Werks ohne zugehörigen Urheberrechtsvermerk; dieser Urheberrechtsvermerk muss jedoch nicht angebracht werden, wenn er nach geltendem Recht für die Nutzung des Werks in einer bestimmten Situation nicht erforderlich ist UND wenn die Anbringung des Urheberrechtsvermerks in der speziellen Situation nicht üblich ist. . (Aus Punkt 3.1 „Einschränkungen“ des jeweiligen Downloadvertrages)

Weiter heißt es in den FAQ:

„Sie sollten Copyright-Informationen angeben, wenn es gesetzlich vorgeschrieben oder gebräuchlich ist. Sie müssen Copyright-Informationen angeben, wenn Sie das Bild in einem redaktionellen Artikel oder auf Social-Media-Seiten verwenden.

Für die Verwendung unbearbeiteter Bilder auf Social-Media-Seiten können Sie die Social-Media-optimierte Versionen der Datei herunterladen und verwenden, die bereits die Copyright-Informationen erkennbar innerhalb der Bilddatei enthält und in der richtigen Größe vorliegt. Achten Sie darauf, keine Copyright-Informationen zu entfernen.

Für die redaktionelle Verwendung müssen Sie die Copyright-Informationen unter Verwendung dieses Formats angeben: © Name des Fotografen / Fotolia. Die Copyright-Informationen sind neben dem Bild auf der Fotolia Website zu finden. Diese Informationen können auf oder neben dem Bild oder bei audiovisuellen Produktionen in den Credits des Projekts erscheinen."

Konkret bedeutet dies für Fotolia Bilder:

Ein Link zu Fotolia ist nicht nötig. Allerdings ist für das jeweilige Foto folgender Hinweis nötig: "© Name des Fotografen / Fotolia."

Über die Verortung dieses Hinweises schweigt sich fotolia aus - wir raten dazu dies wie folgt zu tun:

  • direkt am oder im Bild,
  • im Impressum (suboptimal)
  • oder in einem dezidierten Bildnachweis (Referenzseite).

Sofern die Urheberangaben nicht direkt am Bild getätigt werden, sondern an anderer Stelle auf der Website, ist von Gesetzes wegen darauf zu achten, dass die Bilder den Urhebern gut zuzuordnen sind - ob wegen der klaren Zuordnung zwingend das entsprechende Bild im Kleinformat (thumbnail) den Urheberangaben vorgeordnet sein muss, ist gerichtlich noch nicht geklärt und umstritten. Die Lizenzbedingungen von Fotolia sagen hierüber jedenfalls nichts, sodass diese vermutlich entsprechend ausgelegt werden müssten. Der sicherste Weg ist daher stets die Nennung direkt am Bild.

P.S.: Fotolia wird im November 2019 eingestellt - die Nachfolgeplattform ist bereits in den Startlöchern: Adobe Stock

3. Project Fotos

"Urhebernennung:

Als Urheber muss bei Publikationen, bei denen eine Urhebernennung üblich ist (z.B. redaktionelle Verwendung), als Bildnachweis im Impressum oder beim Bild stehend Project Photos aufgeführt werden.“ [Punkt 3 der Lizenzbestimmungen ]

Konkret bedeutet dies für Project Photos Bilder:

Ein Link zu Project Photos ist nicht nötig. Allerdings muss als Urheber des Bildes Project Photos genannt werden.

Der genaue Wortlaut dieser Nennung ist nicht vorgeschrieben und kann wie folgt eingebunden werden:

  • direkt am Bild,
  • oder im Impressum.

4. Pixabay

Pixabay ist eine kreative Community, die Bilder und Videos frei von Urheberrechten mit anderen teilt.

Laut den Nutzungsbedingungen ist hier keine Quellenangaben bei Nutzung notwendig:

"Die Bilder und Videos unterliegen damit keinem Kopierrecht und können - verändert oder unverändert - kostenlos für kommerzielle und nicht kommerzielle Anwendungen in digitaler oder gedruckter Form ohne Bildnachweis oder Quellenangabe verwendet werden. Nutzung von Bilder und Videos

Hinweis: Es werden auch bei dieser Plattform keine Überprüfungen hinsichtlich des hochgeladenen Bildmaterials oder des Urhebers/Rechteinhabers angestellt - es ist also nicht sichergestellt, ob an den hochgeladenen Bildern Rechte Dritter bestehen oder nicht. In den Nutzungsbedingungen regelt diese Plattform hierzu etwa nur:

"Du bist für Deine hochgeladenen Inhalte verantwortlich und garantierst, dass Du alle Rechte am Bild, die für eine weltweite, kostenlose, unwiderrufliche und zeitlich unbegrenzte Nutzung erforderlich sind, besitzt und diese - sofern gesetzlich möglich - abtrittst und/oder weitergibst."

Dieses Problem trifft aber natürlich generell auf alle Plattformen zu - denn die meisten regeln, das wie vor - eine 100%ige Sicherheit, dass es sich also immer um rechtsfreies Bildmaterial handelt gibt es nicht. Aber wenigstens haben die meisten Plattformen eine Freistellungsvereinbarung (=Urheber stellt Nutzer der Bilder von Ansprüchen Dritter frei), sofern die Rechte Dritter verletzt werden.

5. Dreamstime

„ Bedingungen Namensnennung:

Alle innerhalb des redaktionellen Kontextes verwendeten oder in Verbindung gestandenen Bilder muß von einem sichtbaren Kreditrahmen begleitet werden. Sie werden benoetigt, einen Urheberrechtsvermerk und author/agency Gutschrift nahe bei jedem Bild einzuschließen, das innerhalb der redaktionellen Zwecke verwendet wird. Der Kreditrahmen Format wird auf der Downloadbestätigung Seite spezifiziert. Einige freie Bilder der Abgabe können Sie benötigen, die Autoren (d.h. einige architektonische Schüsse) gutzuschreiben. Wenn die Beschreibung des Bildes spezifiziert, daß Sie eine copyrightzeile anzeigen müssen dann, können Sie das Bild verwenden, nur wenn Sie solche Gutschrift zur Verfügung stellen können.

Der zuvor hier hinterlegte englische Texte wurde offensichtlich eher unzureichend übersetzt - klarer wird es ggf., wenn man einen Blick in die FAQ zum Thema wirft.

In den FAQ steht dazu:

"Wenn Sie das Bild für redaktionelle Zwecke verwenden, ist die Angabe des Copyrights obligatorisch. Das Copyright finden Sie auf der Downloadbestätigungsseite. Ein verlinktes Copyright kann auch innerhalb des Empfehlungsprogramms benutzt werden, das Ihnen Einkommen bringt. Wir bauen auf die Hilfe unserer Mitglieder für konstantes Wachstum und Entwicklung. Dies ist nicht zwingend für den kommerziellen Gebrauch, wird aber stark empfohlen und hochgradig angesehen."

Konkret bedeutet dies für Dreamstime Bilder:

  • Ein Link oder Copyrighthinweis ist nicht zwingend erforderlich, außer es erfolgt eine Nutzung für redaktionelle Zwecke.
  • Allerdings wird empfohlen die Agentur und den Fotografen zu nennen.

6. Shutterstock

"QUELLENANGABEN UND URHEBERRECHTSVERMERKE .

i. Die Verwendung visueller Inhalte in „redaktionellem" Kontext hat unter fest hinzugefügter Quellenangabe des Shutterstock-Anbieters und Shutterstocks zu erfolgen, wobei im Wesentlichen folgende formelle Kriterien zu erfüllen sind:

„Name des Künstlers/Shutterstock.com“

ii. Wenn dies geschäftlich vertretbar ist, muss bei der Verwendung visueller Inhalte für Handelsartikel oder Produktionen mit einer Quellenangabe auf Shutterstock hingewiesen werden, die im Wesentlichen folgende Form haben muss:

„Bild(er) oder Filmmaterial (je nach Fall), die mit Lizenz von Shutterstock.com verwendet werden.“

iii. Quellennachweise sind sonst bei keiner weiteren Verwendung von Bildern notwendig, es sei denn, bei anderen Stockmedien ist im Zusammenhang mit derselben Nutzung ein Quellennachweis erforderlich.

iv. In jedem Fall sind Größe, Farbe und Platzierung des Quellennachweises und Autorenvermerks so zu wählen, dass diese mit bloßem Auge deutlich und leicht lesbar sind."

Aus den „Nutzungsbedingungen Shutterstock-Lizenzvereinbarung(en) “.

Konkret bedeutet dies für Shutterstock Bilder:

  • Der Hinweis ist wie folgt zu gestalten: „Name des Fotografen/shutterstock.com“, wobei ein Link zu shutterstock.com gesetzt werden muss.
  • Allerdings legen die Lizenzbestimmungen nicht genau fest, an welcher Stelle der Hinweis eingebunden werden muss. Nach dem Gebot des sichersten Weges ist es aber sinnvoll, den Hinweis zumindest in der Nähe des Bildes zu setzen.

IV. Fazit

Jede Fotoagentur hat eigene, individuelle Lizenzbestimmungen, die sich nicht nur hinsichtlich der Nennung des Urhebers deutlich unterscheiden. Vor der Nutzung eines Fotos sollten die Lizenzbedingungen daher genauestens studiert werden (dies kann der vorliegende Beitrag nicht ersetzen!) - eventuelle Unklarheiten sind unbedingt vor Verwendung eines Fotos abzuklären. Ansonsten kann z.B. bei unterbliebener Urhebernennung ein eigentlich kostenlos nutzbares Foto schnell hunderte Euro kosten.

Bildquelle:
© Sergey Nivens - Fotolia.com
Autor:
Felix Barth
Rechtsanwalt und Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz

Besucherkommentare

Bilder von mehreren Plattformen

11.12.2018, 10:48 Uhr

Kommentar von Frank Ebert

Hallo, aktuell bin ich auf der Suche nach Bildern für ein Software-Projekt. Bisher habe ich Bilder von Pixabay verwendet, möchte aber aus den bekannten Risiken Bilder z.B. von Shutterstock nehmen....

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