von RA Max-Lion Keller, LL.M. (IT-Recht)

Australische Online-Shops: IT-Kanzlei bietet AGB für Onlinehändler an, die Waren nach Australien vertreiben

News vom 12.03.2015, 14:44 Uhr | Keine Kommentare

Australien ist für deutsche Onlinehändler ein attraktiver Online-Markt, der in den letzten Jahren beträchtliche Zuwachsraten aufweisen konnte. Betrug das Marktvolumen 2012 etwa 25 Milliarden US Dollar, so ist es bis heute auf etwa 30 Milliarden US Dollar zu Lasten des australischen Einzelhandels angewachsen. Was den Zugang zum High-Speed- Internet und die Nutzung des Internet für Käufe angeht, so liegt Australien weltweit in der Spitzengruppe, weit vor Deutschland. Die wichtigsten Online-Produktgruppen (neben Reisen) sind CDs/Musik/DVS, Kleidung und Schmuck, Computer und Software, Sportartikel, Elektrogeräte.

Allerdings sollte der deutsche Onlinehändler einige Regeln für den Online-Vertrieb von Waren in Australien beachten. Der Onlinehändler sollte seine Webseite für den Vertrieb von Waren in Australien in englischer Sprache gestalten und sollte auch ein Kontaktbüro vorhalten, das schriftlich und mündlich in englischer Sprache Kundenanfragen bearbeiten kann. Waren sind in australischen Dollar auszuzeichnen. Es ist eigenständiges australisches Recht zu beachten. Das australische Recht baut zwar auf dem britischen Recht auf. Mit zunehmender Harmonisierung des EU-Fernabsatzrechts hat sich das australische E-Commerce Recht aber in vielen Fragen weit vom britischen Recht wegentwickelt. Es wäre daher fahrlässig, für den Vertrieb von Waren an Verbraucher in Australien einfach an britisches Recht angepasste Rechtstexte oder noch schlechter eine englischsprachige Übersetzung deutscher Rechtstexte zu nutzen.

Die wichtigsten rechtlichen Unterschiede im Überblick:

  • Unterschiedliche Definition des Verbrauchers
  • Kein Widerrufsrecht wie im EU-Fernabsatzrecht, aber empfehlenswert, ein vertragliches Widerrufsrecht anzubieten
  • Zwingendes Gewährleistungsrecht, das sich in Einzelheiten vom deutschen Gewährleistungsrecht unterscheidet
  • Zwingendes Produkthaftungsrecht für den Onlinehändler in seiner Eigenschaft als Importeur. Australisches Produkthaftungsrecht ist anders als das deutsche Produkthaftungsrecht ausgestaltet.
  • Strenges Datenschutzrecht, das in bestimmten Fragen weitergeht als das deutsche Datenschutzrecht. Australisches Datenschutzrecht kann durch AGB nicht ausgeschlossen werden. Verstöße können durch den australischen Datenschutzbeauftragten sanktioniert werden.

Der deutsche Onlinehändler, der sich auf den australischen Markt konzentrieren will, sollte sich der professionellen Hilfe eines Dienstleisters versichern, der die Verschiffung der Ware und Zollfragen regelt. Unternehmen, die über keine Betriebsstätte in Australien verfügen, müssen einen in Australien ansässigen Fiskalvertreter bestellen, der auch die Registrierung für die „Goods and Service Tax“ übernimmt. Einzelheiten können zum Beispiel Merkblättern der Deutsch-Australischen Industrie- und Handelskammer entnommen werden (http://australien.ahk.de/).

Die IT-Recht Kanzlei bietet Rechtstexte in englischer Sprache an, die die Besonderheiten des australischen Fernabsatzrechts und des australischen Datenschutzrechts berücksichtigen. Optional bietet die IT-Recht Kanzlei auch einen Passus zu einem vertraglichen Widerrufsrecht an. Ein vertragliches Widerrufsrecht wird von vielen australischen Onlinehändlern angeboten. Aus Gründen des Wettbewerbs sollt der deutsche Onlinehändler hier den gleichen Standard wie die Konkurrenz anbieten können.

Sie haben Interesse an unseren Rechtstexte für australische Online-Shops? Kontaktieren Sie uns gerne.

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Bildquelle:
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