Leserkommentar zum Artikel Wettbewerbszentrale: Mahnt Verkäufer von Taschen ab, der irreführend mit dem Begriff "Faux Leder" wirbt

Die Wettbewerbszentrale (Büro Stuttgart) hat einen eBay-Verkäufer von Taschen abgemahnt, der sein Produkt mit dem Hinweis "Faux Leder" beworben hat. Dies sei unzulässig, da es sich tatsächlich um Kunstleder handele und die angesprochenen Verkehrskreise den französischen Begriff "Faux" nicht verstehen könnten.

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Faux Leather

Beitrag von mcs
21.08.2009, 13:37 Uhr

Zur Anmerkung von Aline: Der Begriff Faux im Zusammenhang mit Leder und Pelz ist nicht nur im französischsprachigen Raum gebräuchlich, sondern als "faux leather" (Lederimitat) und z.B. auch "faux fur" (Pelzimitat) im gesamten englischsprachigen Raum sehr verbreitet und dort allgemein verständlich.

In Fachkreisen aus der Bekleidungs-, Lederwaren-, Schreibwaren- usw. Branch ist der Mischbegriff "Faux Leder" auch im Deutschen durchaus verbreitet (obschon damit sehr unterschiedliche Materialien bezeichnet werden), eben aber nicht den angesprochenen allgemeinenen Verkehrskreisen.

Im konkret vorliegenden Fall erscheint der Gebrauch des der Allgemeinheit somit eher ungeläufigen Kunstbegriffes doch relativ eindeutig, in der Absicht erfolgt zu sein, dass der Verkäufer zumindest eine leichte Desinformation von Verbrauchern vermutlich beabsichtigt, zumal in der deutschen Sprache ausreichend eindeutige Wörter für die Bezeichnung des Gemeinten zur Verfügung stehen (Kunstleder, Lederimitat).

Ich persönlich finde es richtig, wenn Verbraucherzentralen ihr Augenmerk auf den nicht nur im Online-Handel anzutreffenden Missbrauch derartiger beliebiger, unklarer Wortschöpfungen legen, denn es ist zu beobachten, dass Anbieter diese zunehmend gezielt zur Täuschung des Verbrauchers einsetzen. Allerdings sollten diese auch nur dann Gegenstand von wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen werden können, wenn eine Täuschung relativ eindeutig nachweisbar erscheint, also nicht per se des Begriffes wegen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, wer wegen des Begriffes "Faux Leder" als nächster abgemahnt werden wird, allein Google gibt dazu (exakt "Faux Leder") z. Zt. 36.900 Fundstellen aus.

Weitere Kommentare zu diesem Artikel:

  • Faux Leder :-) von Aline G., 21.08.2009, 06:31 Uhr

    Täusche ich mich, oder ist "Faux" nicht ein mittlerweile gängiger Alltagsbegriff, den man aufgrund "Faux pas" kennt? Natürlich handelt es sich dabei um französische Vokabel, aber der Begriff würde sich- "Leo" sei Dank - doch jederzeit übersetzen lassen. Meines Wissens gibt es auch kein Tier namens... » Weiterlesen

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