III. Ausgestaltung des französischen Impressums

Die Informationen im Impressum müssen „dans un standard ouvert“ (Art 6 III 1 LCEN) zur Verfügung gestellt werden. Was unter „standard ouvert“ zu verstehen ist, wird in Art 4 LCEN definiert. Darunter fallen „alle Protokolle der Kommunikation, der Vernetzungen oder des Datenaustauschs, deren technische Spezifikationen  öffentlich und uneingeschränkt zugänglich und umsetzbar sind“.

Article 4 LCEN
“On entend par standard ouvert tout protocole de communication, d'interconnexion ou d'échange et tout format de données interopérable et dont les spécifications techniques sont publiques et sans restriction d'accès ni de mise en oeuvre.”

Die zusätzlichen Informationen für Onlinehändler müssen wie in Deutschland leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein (vgl. Art 19 LCEN und § 5 I TMG) .

IV. Sanktionen bei mangelndem oder unvollständigem Impressum

Art 6 IV LCEN sieht harte Sanktionen bei Verstößen gegen die Informationspflichten vor.

Natürlichen Personen droht ein Jahr Haft, sowie 75.000 € Geldstrafe.

Unternehmen haben eine Geldstrafe von 375.000 € (das Fünfmalige der Geldstrafe, die für natürliche Personen vorgesehen ist) zu befürchten (vgl. Art 131-38 code pénal).

Hinzu kommt noch, dass Unternehmer und Unternehmen zu einem Berufsausübungsverbot von bis zu 5 Jahren verurteilt werden können. Die Verbraucherschutzbehörde Direction Générale de la Concurrence, de la Consommation et de la Répression des Fraudes (DGCCRF) hat die Befugnis, Verstöße gegen die Informationspflichten festzustellen und diese den Gerichten weiterzuleiten.

Artice 6 LCEN
„VI. - 1. Est puni d'un an d'emprisonnement et de 75 000 EUR d'amende le fait, pour une personne physique ou le dirigeant de droit ou de fait d'une personne morale exerçant l'une des activités définies aux 1 et 2 du I, de ne pas satisfaire aux obligations définies au quatrième alinéa du 7 du I, de ne pas avoir conservé les éléments d'information visés au II ou de ne pas déférer à la demande d'une autorité judiciaire d'obtenir communication desdits éléments.
Les personnes morales peuvent être déclarées pénalement responsables de ces infractions dans les conditions prévues à l'article 121-2 du code pénal. Elles encourent une peine d'amende, suivant les modalités prévues par l'article 131-38 du même code, ainsi que les peines mentionnées aux 2° et 9° de l'article 131-39 de ce code. L'interdiction mentionnée au 2° de cet article est prononcée pour une durée de cinq ans au plus et porte sur l'activité professionnelle dans l'exercice ou à l'occasion de laquelle l'infraction a été commise.
2. Est puni d'un an d'emprisonnement et de 75 000 EUR d'amende le fait, pour une personne physique ou le dirigeant de droit ou de fait d'une personne morale exerçant l'activité définie au III, de ne pas avoir respecté les prescriptions de ce même article.
Les personnes morales peuvent être déclarées pénalement responsables de ces infractions dans les conditions prévues à l'article 121-2 du code pénal. Elles encourent une peine d'amende, suivant les modalités prévues par l'article 131-38 du même code, ainsi que les peines mentionnées aux 2° et 9° de l'article 131-39 de ce code. L'interdiction mentionnée au 2° de cet article est prononcée pour une durée de cinq ans au plus et porte sur l'activité professionnelle dans l'exercice ou à l'occasion de laquelle l'infraction a été commise.”

Fazit

So lukrativ wie der grenzüberschreitender Onlinehandel sein kann, so viele Gefahren birgt er auch für die Händler, die sich den unterschiedlichen Regelungen der Staaten anpassen müssen.

Für die Impressumpflicht in Frankeich bleibt festzuhalten, dass anders als in Deutschland folgende Informationen zur Verfügung gestellt werden müssen:

  • Daten des Internetproviders
  • für Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, die Höhe des Kapitals
  • Name des Publikationsdirektors, der für den Inhalt der Seite verantwortlich ist
  • Zusätzliche Informationen bei reglementierten Berufen, sowie genehmigungspflichtigen Aktivitäten.

Onlinehändlern, die ihren Sitz in Frankreich haben, kann nur geraten werde, sich sorgfältig über die rechtliche Lage im Nachbarland zu informieren, um kostspielige Sanktionen zu umgehen.

Entwarnung: Onlinehändler, die in Deutschland niedergelassen sind, müssen sich ausschließlich an den deutschen Vorschriften des Telemdienrechts, also das TMG, halten.

Ihr Ansprechpartner

Max-Lion Keller, LL.M. (IT-Recht)
Rechtsanwalt

Tel.: 089 / 130 14 33 - 0
Fax: 089 / 130 14 33 - 60

m.keller@it-recht-kanzlei.de

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Leser-Kommentare

3 Kommentare | Alle Kommentare ansehen

Und wie ist das mit Ebay?

06.06.2012, 09:45 Uhr

Kommentar von Peter Hartmann zum Beitrag Impressumspflicht: in Frankreich

Und wie wirken sich diese Vorschriften auf Händler aus, die über Ebay oder eine ander Plattform verkaufen?

B2B

04.06.2012, 23:34 Uhr

Kommentar von Christian E. zum Beitrag Impressumspflicht: in Frankreich

Hallo, sehr informativer Artikel. Wie schaut es aus, wenn man als Händler ausschließlich Geschäftskunden beliefert und seinen Firmensitz in Deutschland hat? Gruß Christian E. aus Bremen P.S. Wir... » Weiterlesen

Französisches Impressum

01.06.2012, 11:48 Uhr

Kommentar von Michael Gramer zum Beitrag Impressumspflicht: in Frankreich

Hallo Frau Lengert, ab wann benötigt man denn überhaupt ein Impressum wie in Ihrem Artikel beschrieben - reicht es schon aus, wenn man eine mehrsprachige Website betreibt, oder gilt das erst, wenn... » Weiterlesen

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